05 #BestPractice: Wird Standardisierung der Schlüssel zu individuellen IT-Lösungen und Künstlicher Intelligenz?
Shownotes
Welche Rolle spielt Standardisierung für Integration, Automatisierung und den Einsatz von KI in modernen Unternehmen?
In dieser Podcast-Folge sprechen wir mit William Martini, Head of BTP Cluster bei Scheer IDS, über die Bedeutung von Standardisierung in der digitalen Transformation. Wir erklären, wie Unternehmen mithilfe der SAP Business Technology Platform individuelle Lösungen entwickeln können, ohne die Vorteile einer standardisierten IT-Landschaft zu verlieren.
Dabei geht es um Effizienz, Kosten, Integration und die Rolle von KI, die nur auf Basis standardisierter Daten und Schnittstellen sinnvoll genutzt werden kann. Abschließend gibt es praktische Tipps, wie Unternehmen den Einstieg in die Thematik planen können.
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Transkript anzeigen
0: Willkommen zu re:invented, dem Business Podcast von Scheer IDS.
0: Wir sprechen über Cloud, Prozesse und digitale Transformation
0: ‒ praxisnah, verständlich und immer mit Blick auf das,
0: was Ihrem Unternehmen echten Mehrwert bietet.
0: Herzlich willkommen zu einer weiteren Folge.
0: Ich bin Susan Zare,
0: freue mich, wieder Fragen stellen zu dürfen,
0: und es geht heute tief rein ins Thema ‒ und zwar in den Bereich
0: Transformation, Digitalisierung, grob ‒ und es geht ganz
0: genau gesagt um ein Stichwort, nämlich Standardisierung
0: bzw. eine standardisierte Softwarelösung.
0: Warum ist das vielleicht ein Schlüssel zu einer optimierten IT-Landschaft?
0: Und wie schaffe ich es, mit einer Standardsoftware trotzdem
0: individuelle Lösungen oder eine individuelle Lösung umzusetzen?
0: Darüber freue ich mich zu sprechen mit William Martini.
0: Er ist Head of BTP Cluster bei Scheer IDS, und ich würde erstmal sagen:
0: Schön, dass wir miteinander sprechen. Hallo William.
0: Danke.
0: Ja, hallo auch von meiner Seite. Ich freue mich sehr auf das Gespräch.
0: Jetzt ist ja deine Bezeichnung, deine Position,
0: Head of BTP Cluster bei Scheer IDS,
0: eine, mit der vielleicht gar nicht jeder etwas anfangen kann.
0: Deswegen würde ich da gerne zu Beginn erstmal fragen:
0: Ich würde das erstmal so verstehen:
0: BTP Cluster ist ein Bereich bei Scheer IDS,
0: der sich auf die SAP Business Technology
0: Platform spezialisiert und Kunden hilft, eine Lösung zu generieren.
0: Kann man das so sagen, oder was machst du genau?
0: Genau, ja. Ist sicher nicht unbedingt der typische Titel,
0: den man auch nicht unbedingt im Bereich kennt.
0: Also grundsätzlich geht es ‒
0: wie du schon gesagt hast ‒ um die Business Technology Platform.
0: Das ist wirklich eigentlich nur eine Spielwiese für Kunden,
0: um ihre Systeme zu erweitern, Sachen zu bauen, Ideen zu realisieren.
0: Ich vergleiche das immer gerne mit einer Werkzeugkiste,
0: dass man da einfach von SAP Tools kriegt, um Sachen bauen zu können.
0: Da kriegt man einen Hammer, einen Schraubendreher,
0: alles Mögliche an die Hand und kann dann seine Ideen
0: umsetzen, seine Integration bauen und kann sich da voll ausleben.
0: Das heißt, ich betreue dieses Produkt im Rahmen
0: der Scheer IDS und wir haben da ein Cluster aufgebaut,
0: weil wir gemerkt haben, dass das sehr umfangreich ist
0: vom Themenbereich, dass wir einfach über die Länder hinweg zusammenarbeiten können
0: und da gemeinsam alle Bereiche abdecken können
0: und dann in den Ländern einzelne Experten haben.
0: Darum ein Cluster, wo wir halt gemeinsam an den Projekten arbeiten können.
0: Du hast jetzt gesagt Cluster ‒ also nur,
0: um das vielleicht noch kurz zu verstehen: Das heißt,
0: ich kann mir das vorstellen wie eine weltweite Vernetzung von Expertinnen und
0: Experten, die diese Werkzeug-Tools (...) dann jeder hat so ein eigenes Expertentum
0: für ein Werkzeug Tool? Oder wie kann ich mir das in der Praxis vorstellen?
0: Genau, also jeder hat es.
0: Wir haben also über die Länder hinweg ‒ das heißt, wir haben keine eigenen BTP-
0: Teams, die nur BTP machen in den Ländern oder alles in der BTP machen können
0: und abdecken.
0: Das heißt, was wir halt
0: wirklich machen, ist: In den Projekten
0: von allen Landesgesellschaften Leute zusammenzunehmen und dann gemeinsam
0: alles abzudecken.
0: Und da haben wir halt Experten, die sehr stark sind in der Integration.
0: Es gibt Leute, die sehr gut im Bereich KI sind,
0: und dann ziehen wir die zusammen und bauen zusammen dann
0: coole Use Cases und versuchen, die Grundanforderung zu setzen.
0: Und diese Werkzeuge, das sind ja eben Tools, mit
0: denen man individuelle Lösungen schafft.
0: Das sind dann ja solche Sachen wie dann tatsächlich
0: irgendwie ganz konkret vielleicht
0: ein bestimmtes Teil in einer Software. Kannst du so ein Beispiel nennen,
0: dass man sich das noch ein bisschen vorstellen kann?
0: Ja klar.
0: Also wir haben verschiedene Tools ‒
0: insgesamt sind es 84 Services,
0: also die heißen Services, diese Tools, die wir nutzen können ‒
0: und da haben wir sehr umfangreiche Services.
0: Es gibt aber auch sehr einfache Services.
0: Zum Beispiel: Einer der
0: Services ist der Alert Notification Service.
0: Der ist wirklich nur dafür da, Notifications, Nachrichten
0: zum Beispiel über Teams an jemand zu schicken oder über Slack.
0: Und wie man das dann in der Erweiterung
0: oder in der Integration nutzt, ist einem selbst überlassen.
0: Aber es geht nur darum,
0: Nachrichten verschicken zu können über verschiedene Plattformen.
0: Also eben ganz, ganz viele Tools.
0: Und wenn wir da jetzt nochmal rauszoomen, bist du ja in dem Sinne ein
0: IT-Architekt, also jemand, der sozusagen virtuell baut.
0: Und dann stelle ich mir natürlich als jemand, der das von außen lernt,
0: die Frage: Wieso ist denn dann, wenn man so individuelle Lösungen bauen
0: kann, Standardisierung überhaupt spannend für Unternehmen?
0: Ja, ist ein bisschen ein Widerspruch,
0: natürlich mit jemandem zu sprechen,
0: der alles individualisiert baut oder ‒ sagen wir ‒ immer den Standard verlässt,
0: über das Thema Standardisierung zu sprechen.
0: Aber ich denke, das ist genau die Diskussion, die wir mit Kunden führen,
0: die ich als Architekt immer berücksichtigen muss.
0: Ich muss immer überlegen: Wo macht Standard Sinn?
0: Wo ergibt vielleicht eine individuelle Lösung Sinn?
0: Wo rechnet sich das für den Kunden?
0: Wo können wir das mit den Lizenzkosten gegenüberstellen?
0: Das heißt, da kommen viele Fragen auf.
0: Oder wir gucken natürlich auch, ob dann andere Lösungen
0: vielleicht das schon out of the box einfach abdecken können.
0: Und dann ist es als Architekt natürlich extrem wichtig,
0: das Ganze zusammenzubringen, zu schauen, dass wir da ein einheitliches
0: Bild bekommen,
0: um dann auch eine langfristige Architektur zu ermöglichen für den Kunden.
0: Und dass er nicht zum Beispiel
0: bei jedem Upgrade vom System alles neu bauen
0: muss, sondern dass er da eine gewisse Stabilität hat,
0: Sicherheit, dass es funktioniert, ohne immer
0: mit großem Eigenaufwand dahinter zu sein.
0: Bevor wir da vielleicht noch konkreter in so ein Beispiel gehen ‒ zum Verständnis:
0: Trotzdem frage ich mich da natürlich: Ist Standard nicht etwas,
0: was dann diese ganze Individualität killt?
0: Oder ist das nicht so?
0: Ne, absolut ‒
0: Also aus meiner Sicht nicht.
0: Das ist, denke ich, ja auch immer ein bisschen kontrovers.
0: Ich bin fest davon überzeugt,
0: dass die Standardisierung auch zur Individualisierung hilft.
0: Weil auf der anderen Seite haben wir natürlich Prozesse,
0: Funktionen, die jedes Unternehmen braucht.
0: Die sind auch ‒ oder sollten in der Regel ‒ auch immer gleich sein.
0: Wir denken da an Rechnungslegung oder an Buchhaltung.
0: Da hat man ja durch die Regulatorien ganz klare gegebene Rahmenbedingungen.
0: Und da im Standard unterwegs zu sein, ist natürlich extrem wichtig
0: als Unternehmen, dass man sich da auch gegenüber dem
0: Government oder den
0: Behörden rechtfertigen kann
0: und natürlich auch die Daten liefern kann, die man benötigt.
0: Und da ist es natürlich extrem wichtig, dass wir Standardisierung großschreiben.
0: Also eben, dass es auch Vorteile hat, ganz konkret für den täglichen Betrieb,
0: Genau. Das heißt, da gucke ich natürlich, dass ich möglichst standardisiert
0: unterwegs bin, dass ich das so mache wie alle anderen
0: auch, um einfach konform zu sein mit den Vorgaben.
0: Und dann hast du natürlich Bereiche, wo du, dich vielleicht als Unternehmen
0: ein bisschen individualisiert platzieren möchtest. Aber trotzdem hast du auch da
0: immer Komponenten, die immer gleich sind ‒
0: zum Beispiel Logistikprozesse sind dann vielleicht auch sehr ähnlich.
0: Wenn ich ein Paket von Regal A nach Regal
0: B bringe, ist das bei den meisten Unternehmen ungefähr gleich.
0: Aber dann kann es natürlich Nuancen geben, wo wir dann in die Individualität
0: reingehen und dann sagen: Ja, ab da ‒ zum Beispiel wenn es sehr kundenorientiert
0: ist, dass wir da mehr Wert durch Individualisierung schaffen.
0: Aber im Hintergrund haben wir einen
0: starken, standardisierten Kern, der uns einfach ermöglicht:
0: Auch wenn diese coole, fancy, kundenorientierte
0: App mal nicht funktioniert, kann ich trotzdem noch Rechnungen stellen,
0: ich kann Buchhaltung machen, ich kann
0: mein
0: Lager bewirtschaften, ohne dass mir das alles um die Ohren fliegt.
0: Und das ist der große Vorteil von Standardisierung.
0: Das heißt du hast gesagt: der starke,
0: standardisierte Kern ‒ das klingt erstmal nach etwas
0: Sinnvollem für mich, aber so richtig greifbar vorstellen kann ich es mir nicht.
0: Kannst du vielleicht uns
0: ‒ und damit meine ich jetzt vielleicht auch die Hörerinnen und Hörer ‒
0: und mich so ein Beispiel, dass wir uns das ein bisschen
0: besser vorstellen können,
0: was denn dann so diese "Ur-Standardisierungslösung" sein könnte?
0: Ja, gerne. Also ich nehme immer da
0: mein Lieblingsbeispiel Smartphone zur Hand, weil ich finde,
0: ein Smartphone lässt sich relativ gut vergleichen mit IT-Landschaften.
0: Weil unser Smartphone,
0: jeder von uns hat eins.
0: Wir haben alle Apps drauf.
0: Wir nutzen unser Smartphone täglich. Und
0: du wie auch ich ‒ wir
0: nutzen vielleicht YouTube, wir nutzen Spotify,
0: wir nutzen Outlook usw. und viele weitere Apps.
0: Wir nutzen aber alle dieselben Apps.
0: Trotzdem: Wenn du dein Smartphone
0: entsperrst, wirst du wahrscheinlich so nach fünf Sekunden ‒
0: mal davon abgesehen vom Hintergrund ‒ nach fünf Sekunden merkst du, dass es
0: dein Smartphone ist. Warum? Nicht,
0: weil du Applikationen darauf programmiert hast oder groß was
0: eingebaut hast, sondern weil ich das Layout sehe.
0: Genau, weil es bei jedem anders
0: aussieht. Weil ich da ein Bild als Hintergrund habe zum Beispiel.
0: Oder weil ich eine bestimmte Kombi an Apps habe.
0: So? Genau, genau.
0: Und vielleicht, dass du da also einfach schon (...)
0: nur die Anzahl Apps macht schon einen Unterschied, wie du die angeordnet hast.
0: Das hast du ja sehr stark nach deinen Bedürfnissen angepasst:
0: Wie du arbeitest, was wichtig ist für deinen Beruf,
0: für dein Privatleben,
0: was du so nutzt im täglichen Gebrauch.
0: Trotzdem sind das dieselben Apps, die ich auch nutze. Und wahrscheinlich, sieht
0: mein Smartphone komplett anders aus.
0: Auch teilweise, wenn wir in die Apps reingehen,
0: wird es anders aussehen,
0: weil vielleicht hast du
0: bei deiner Mailbox noch Regeln mit oder
0: in deinem Kalender alles farbcodierst.
0: Bei mir hat alles die gleiche Farbe. Und so
0: kannst du nicht nur durch die Applikation an sich, sondern auch in den Applikationen
0: selbst eine Individualisierung und eine Effizienzsteigerung erreichen,
0: ohne dass du Entwicklerkenntnisse hattest,
0: ohne dass du die App auseinandernehmen musstest oder dir gar neu gebaut hast
0: oder selbst gebaut hast. Und das ist, denke ich, da
0: auch die Parallele, dann zu
0: den IT-Systemlandschaften: dass nicht immer alles
0: selbst gebaut sein muss, sondern die Individualität
0: dann dadurch kommt, wie wir die Sachen kombinieren
0: und wie die Apps zum Beispiel auch miteinander interagieren.
0: Jetzt haben wir dieses Smartphone-Ökosystem
0: als Beispiel, was ich wirklich sehr, sehr gut finde.
0: Wie können wir das jetzt auf die IT in der Praxis,
0: in deinem Arbeitsalltag vielleicht noch ein bisschen griffiger übertragen,
0: William?
0: Genau. Ja,
0: ich mache viel
0: auch eben das Beispiel:
0: wenn ich eine App installiere oder ich suche mir zum Beispiel im
0: Play Store ‒ oder welche Application- Platform man da nutzt ‒ suche ich mir ja (...)
0: Habe ich zunächst einen Need, ein Bedürfnis, ein Problem, das ich lösen will.
0: Dann gehe ich auf die entsprechende Plattform,
0: schaue: Was habe ich für eine App?
0: Schaue mir natürlich meistens auch Bewertungen an, wie häufig
0: wurde das heruntergeladen, zieh mir die App und nutze die dann. Und das
0: ist ein ähnliches Prinzip wie auch mit Standardsoftware.
0: Ich schaue mich am Markt um:
0: Was gibt es da an Standardsoftware? Was erfüllt
0: mein Bedürfnis zu einem hohen Grad?
0: Wahrscheinlich wird es nicht 100 %
0: der Bedürfnisse erfüllen ‒ nicht zumindest ins kleinste Detail.
0: Also ich habe auch Wünsche offen in der Outlook-App.
0: Ich würde wahrscheinlich auch
0: gerne Sachen anders haben. Aber ich muss halt ganz klar sagen,
0: dass eine eigene E-Mail-Inbox zu programmieren ‒
0: grenzt an Wahnsinn, das zu tun.
0: Und dann
0: halt zu sagen: Okay, ich gehe diese Kompromisse ein.
0: Ich schaue mich auf dem Markt um: Was passt am besten zu meinen Bedürfnissen?
0: Dann beschaffe ich diese Software oder diese
0: mehreren Software-
0: Umgebungen und schaue, dass diese gut miteinander zusammenarbeiten.
0: Weil wenn wir noch mal das Beispiel Smartphone nehmen:
0: Das Schöne am Smartphone
0: ist, dass die Apps ja auch miteinander zusammenarbeiten.
0: Das heißt, ich kann ja zum Beispiel in Outlook jederzeit ein PDF öffnen
0: mit meinem Adobe Acrobat Reader.
0: Ja, dann kann ich das über OneDrive sharen
0: und dann kann ich dir das auf Teams schicken.
0: Und das ist der große Vorteil von Standardisierung:
0: Dass diese Kommunikation zwischen den einzelnen Komponenten funktioniert.
0: Und das ist das Gleiche bei Software auch.
0: Wenn ich da sehr stark im Standard bin, kann ich besser integrieren.
0: Die sind kompatibler. Verstehe ich total.
0: Und was für mich jetzt auch noch mal von außen ein
0: Stichwort ist, ist sicherlich auch ein Kostenpunkt.
0: Also wenn ich irgendwie daran denke, dass ich jetzt mir selber ein
0: eigene Lösung bauen lasse, dann ist das sicherlich auch noch mal was anderes.
0: Du bist ja quasi jemand, der dann so an diesem Schnittpunkt ist
0: zwischen: Was kann man da individuell lösen und was kann man standardmäßig
0: kostengünstig bekommen?
0: Oder ist es wirklich so ein Kostenfaktor? Nimm uns da mal mit.
0: Das ist
0: eine nicht ganz einfache Frage, weil
0: man das immer auf den Betrachtungshorizont
0: anpassen oder betrachten muss.
0: Weil wir haben natürlich (...)
0: Wenn du natürlich viele Entwickler bei dir zu Hause rumstehen hättest
0: und du sagen würdest: "Hey, bau mir mal eine bessere
0: Spotify-App" und du hast 20 Entwickler
0: zu Hause rumstehen ‒ dann ja, vielleicht ist es günstiger.
0: Eher unwahrscheinlich, dass man das so irgendwo hat.
0: Leider nein.
0: Schön wär's, teilweise.
0: Aber, dann ist es vielleicht mal günstiger, einfach die App zu entwickeln
0: oder einen ersten Start zu machen,
0: eine einfache Version zu bauen.
0: Aber vor allem, wenn ich das Langfristige betrachte, kostet es mich trotzdem mehr.
0: Weil wenn ich dann Applikationen habe mit verschieden (...)
0: Zum Beispiel jetzt bei Spotify: Es kommt ein neues Musikformat
0: auf den Markt,
0: dann muss ich meinen 20 Entwickler wieder sagen: "Hey, kommt,
0: wir müssen das jetzt alles neu bauen oder anpassen."
0: Wohingegen ich vielleicht bei Spotify
0: jetzt ein konkretes Beispiel habe: Subscription, und dieses
0: Feature oder
0: diese Funktionalität ist natürlich im Preis inkludiert,
0: und natürlich kriege ich immer schön die Updates.
0: Das heißt, teilweise kann es halt schon sein, dass ‒
0: wenn ich die vielen Ressourcen habe ‒
0: die initiale Entwicklung vielleicht günstiger ist.
0: Trotzdem brauchst du ja die Entwickler, da zahlst du ja auch Lohnkosten usw.
0: Aber dann langfristig ‒
0: die Pflege und das Warten der Software
0: generiert natürlich signifikanten Kosten
0: Und dann hast du das typische Beispiel, das viele unserer Kunden haben:
0: Dann hast du halt einen Entwickler, der hat das gebaut,
0: und dann verlässt er das Unternehmen.
0: Was machst du dann?
0: Hm, also man kann es gar nicht eben so pauschal sagen,
0: dass das jetzt automatisch die einfachste Lösung ist, sondern es ist,
0: denke ich dann tatsächlich ‒ und da sind wir wieder bei dem Stichwort individuell.
0: Was aber ein ganz anderes Stichwort ist, was man ja kaum außen vor lassen kann,
0: ist das Stichwort künstliche Intelligenz, AI, KI.
0: Und da würde ich, William, auch gern noch deine Einschätzung erfragen
0: wollen, nämlich: Inwiefern vielleicht auch Standardisierung
0: eine Voraussetzung für oder gegen KI sein kann.
0: Wie würdest du da nochmal uns Input mitgeben?
0: Sehr gerne.
0: Ich denke, aus meiner Sicht ist Standardisierung
0: die Voraussetzung für
0: sinnvolle, nachhaltige KI-Nutzung.
0: Also das ist vielleicht ein bisschen gewagter Satz, ist
0: mir ja durchaus bewusst, aber
0: hoffe ich kann ihn auch begründen. Und zwar: Aus meiner Sicht
0: ist einer der wichtigsten ‒ oder wir alle wissen: die wichtigste ‒
0: Voraussetzung für KI sind Daten.
0: Das heißt, ich brauche Daten, um das zu füttern, zu individualisieren,
0: auf meine Bedürfnisse anpassen zu können, um die Modelle zu trainieren usw.
0: Das heißt ich brauche Daten.
0: Ich als Unternehmen
0: habe aber nicht immer diese Daten.
0: Das heißt, ein großer Vorteil resultiert natürlich daraus, wenn ich standardisierte
0: Software habe, dass ich KI natürlich da schon mit drin habe,
0: welche durch zum Beispiel SAP,
0: Microsoft antrainiert wurde oder ‒ wenn man ChatGPT nimmt ‒
0: dann hast du das Modell, das ist schon antrainiert und kann genutzt werden.
0: Anstatt dass ich
0: natürlich das Rad neu zu erfinden versuche
0: und dann irgendwie ein Data- Engineering-Team aufbaue,
0: kann ich dann
0: natürlich mit relativ geringen Investitionskosten ‒
0: vielleicht kostet mich das ein bisschen zusätzliche Lizenz ‒ KI nutzen.
0: Und dann kommt noch ein zusätzlicher Punkt:
0: Ich kann KI nutzen, wo ich es auch brauche.
0: Das heißt, was ich damit meine, ist:
0: Wenn wir jetzt zum Beispiel auch wieder das Smartphone-Beispiel dazu nehmen ‒
0: Ich mache Word auf, ich mache ein Angebot für einen Kunden,
0: dann will ich nicht in meine eigene KI abspringen,
0: dann irgendwas starten, aktivieren, Daten reinschmeißen,
0: das Ding antrainieren.
0: In der Zeit hätte ich es wahrscheinlich selber geschrieben.
0: Sondern ich will den Copilot
0: aufmachen, dem sagen: "Hey, ich brauche das und das",
0: und er macht mir schon den ersten Vorschlag.
0: Und da kommt halt wieder der große Punkt von
0: Integration ‒ und die KI halt
0: auch so greifbar zu machen für die Endnutzer.
0: Und dann bringt es mir einen Mehrwert, weil dann verliere ich keine Zeit
0: mit großen Softwaresprüngen oder damit verschiedene Tools zusammenzuführen,
0: sondern ich habe das, was ich brauche an einem Ort und kann dann loslegen
0: und tatsächlich meinen Job, meine Aufgabe erfüllen ‒
0: ohne große Probleme. Und das, denke ich, ist der Grund, warum Standardisierung
0: so wichtig ist,
0: weil wir dann halt wirklich die Sachen auch nutzen können,
0: die schon da sind und den Mehrwert da generieren können.
0: Also KI sozusagen auch schon fast als Schlüssel ‒ oder Standardisierung,
0: so rum ‒ als Schlüssel für ein stärkeres
0: Wachstum, das dann durch KI möglich ist.
0: Was wäre denn, wenn da diese Basis nicht standardisiert ist ‒
0: zum Vergleich, wenn man da jetzt KI nutzen möchte?
0: Ist ein spannendes Gedankenexperiment.
0: Das sehen wir halt tatsächlich auch bei vielen Kunden.
0: Konkretes Beispiel ‒ oder ich mache mal gerne das Beispiel:
0: Ich habe eine Abfrage und würde gerne wissen, wie meine Mitarbeiter
0: performen ‒ abhängig von ihrem Alter.
0: Man kann sich jetzt schon vorstellen: Das
0: muss aus verschiedenen Systemen kommen.
0: Das muss wahrscheinlich aus dem HR- System kommen ‒
0: das Alter, vielleicht Personeninformationen, ich weiß privacy-
0: technisch ein bisschen eine schwierige Abfrage, aber wir ignorieren das mal.
0: Dann habe ich die Performance ‒
0: das kann bei jemandem im Einkauf
0: oder im Verkauf eine andere Software sein,
0: wo ich die ganzen Verkäufe tracke.
0: Und dann habe ich vielleicht jemand, der in der Logistik arbeitet,
0: und dann habe ich zum Beispiel eine Lagerbewirtschaftungssoftware.
0: Und wenn ich dann natürlich verschiedenste
0: Applikationen habe, diese Daten zusammenzukriegen,
0: wenn das auch vor allem individualisierte, gebaute
0: Applikationen sind und ohne Schnittstelle, dann ist das
0: fast unmöglich.
0: Weil dann fange ich an, Excel rauszuziehen
0: oder packe das irgendwo in eine Datenbank, schmeiß es rein.
0: Aber es ist dann mit hohem manuellen Aufwand verbunden.
0: Und wenn ich dann die standardisierte Schnittstelle habe,
0: kann ich natürlich auf die Daten jederzeit zugreifen ‒
0: oder noch besser:
0: Ich habe natürlich eine Softwareumgebung, die das alles schon zusammenführt
0: und dann natürlich auch direkt zugreifbar macht,
0: und ich dann tatsächlich an einem Ort, irgendwo Chatbots anmelde und sage: "Ja,
0: gib mir die Information,
0: die Auswertung", ohne dass ich in drei Systemen rumturnen musste.
0: Und dann habe ich einen messbaren Mehrwert
0: in KI.
0: Also genau so kann man eben noch mal sehen,
0: wie tatsächlich dann die Basis durch eine Standardisierung
0: auch nochmal es für ein Unternehmen leichter machen kann, eben KI einzusetzen.
0: Jetzt sind wir da schon mittendrin,
0: aber eigentlich, William, würde ich dich gerne nicht gehen lassen,
0: ohne noch mal ganz konkret zu fragen:
0: Wie komme ich denn überhaupt zur Standardisierung?
0: Wo fange ich an, wenn ich als Unternehmen
0: nochmal an der Stelle was ändern möchte?
0: Der erste Schritt
0: ist immer das Schwierigste, sagt man immer so schön,
0: und das ist auch bei dem Thema nicht ganz einfach.
0: Wenn wir unsere Kunden betrachten
0: oder auch unsere eigenen Systemen intern:
0: Wir haben viele, vielleicht veraltete Systeme, die historisch gewachsen sind.
0: Man hat doch hier und da mal ein bisschen was gebastelt,
0: hat vielleicht Sachen selber entwickelt,
0: darauf aufgebaut,
0: die dann aber tatsächlich halt nicht gewartet wurden.
0: Das heißt, das ist ein großes Problem. Das heißt, das waren jetzt große Investitionskosten
0: und das natürlich dann auch auf die neueste Version zu bekommen.
0: Grundsätzlich ist
0: aus meiner Sicht der erste Schritt, sich ein Konzept zu überlegen ‒
0: ein gesamtheitliches Konzept. Das beinhaltet: Wo bin ich jetzt,
0: wo will ich hin?
0: Also ich arbeite eine Vision aus:
0: Welche Komponenten will ich haben? Was ist mir wichtig?
0: Es beginnt halt schon vorher:
0: Was sind überhaupt wirklich meine Bedürfnisse?
0: Hat sich vielleicht auch etwas
0: vor fünf Jahren, vor zehn Jahren geändert?
0: Vielleicht habe ich neue Bereiche erschlossen,
0: vielleicht habe ich auch eine andere Art von Mitarbeitern, die sich andere
0: Funktionalitäten wünschen.
0: Ich habe andere Kunden.
0: Das heißt, ich muss mir vielleicht auch noch mal
0: kurz Gedanken machen: Was sind überhaupt
0: die Bedürfnisse an das System und die Systemlandschaft?
0: Und dann wirklich von da in die Planung gehen zu können: Ja,
0: wie komme ich dahin?
0: Was ist die Umgebung? Was könnten Softwareapplikationen sein?
0: Und das heißt dann nicht, dass ich das von heute auf morgen aus
0: implementieren muss.
0: Aber was ich auch jetzt viel mit Kunden
0: mache, ist: einen Fünfjahresplan, vielleicht sogar Zehnjahresplan ausarbeiten.
0: Wo wollen wir hin?
0: Was ist das Ziel? Weil
0: der Plan wird sich ja tausendmal noch ändern ‒
0: das ist uns allen bewusst.
0: Die Softwareumgebung, die Softwarelandschaft ist so wechselhaft,
0: so dynamisch.
0: Aber zumindest wissen wir
0: eine Stoßrichtung, und da können wir hin arbeiten ‒
0: eine Bedarfsplanung,
0: ganz wichtig, ganz am Anfang.
0: Und wie sieht denn dann ein
0: gesamtheitliches Konzept aus, das dann tatsächlich zukunftssicher sein könnte?
0: Kann man das in so einer Kürze überhaupt zusammenfassen?
0: Ja, also gut, "zukunftssicher" ist immer schwer.
0: Man versucht es möglichst zukunftssicher zu gestalten.
0: In der nahen Zukunft.
0: Genau weil ‒
0: wie schon gesagt ‒ wenn ich schon nur
0: bei mir in der SAP Umgebung schaue, wie schnell sich das alles ändert.
0: Das neue SAP (...).
0: Wir kennen
0: das ‒ die, die in SAP unterwegs sind, die wissen
0: was über den Haufen geworfen wird, was neu auf den Markt kommt,
0: was akquiriert wird. Das ändert sich ständig.
0: Macht es aber aus meiner Sicht sehr spannend, weil du natürlich auch
0: immer mit jeder Änderung großes Potenzial für Verbesserungen hast.
0: Nichtsdestotrotz kann man natürlich
0: die Bedürfnisse versuchen, mit der Umgebung abzudecken.
0: Das heißt, ich überlege mir natürlich: Was habe ich
0: vielleicht für Applikationen im Bereich Logistik?
0: Was habe ich für Applikationen
0: vielleicht im Finanzbereich? Vielleicht kann ich das auch zusammen abdecken.
0: Und dann, wie das denn konkret aussieht ‒ jetzt zum Beispiel in unserem Fall ‒
0: ist, dass man dann zum Beispiel das Cloud ERP von SAP als Kern nutzt,
0: dann darauf aufbaut (...) Business Technology
0: Platform, sich zum Beispiel dann mit SuccessFactors
0: der HR-Lösung das Ganze zusammen anbindet, dann einen sauberen End-to-
0: End-Prozess hat bei Mitarbeiter ‒ vom Onboarding bis zum Offboarding
0: oder bis zum Retirement, im Optimalfall natürlich.
0: Und das bringt dann verschiedene Komponenten zusammen. Und wir
0: versuchen ja, ein gutes Fundament ‒ zum Beispiel durch die Business Technology
0: Platform ‒ zu bauen, um auch jederzeit neue Sachen hinzufügen zu können.
0: Das ist ja auch immer das Wichtige.
0: Ich glaube,
0: das ist ein guter Punkt, um so ein Grundgefühl dafür zu kriegen,
0: wie man da als Unternehmen in den nächsten Schritt gehen kann, in der nahen Zukunft.
0: So gebe ich das noch mal mit an der Stelle.
0: Und ich würde sagen, genauso kann man natürlich auch noch mal mehr
0: Informationen bekommen ‒ im direkten Austausch.
0: Ich kann an der Stelle erstmal sagen William Martini, Head of BTP Cluster
0: bei Scheer IDS ‒ Danke, dass du dich gemeinsam mit mir an dieses, für jemanden,
0: der das nicht tagtäglich macht, komplexe Thema herangewagt hast.
0: Ich freue mich,
0: danke für diese Einblicke! Und ich kann nochmal an Sie oder an euch
0: Hörerinnen und Hörer sagen:
0: Vielen Dank fürs Einschalten und Mithören und bis zum nächsten Mal.
0: Machen Sie es gut! Tschüss.
0: Hat mich sehr gefreut ‒
0: und tschüss.
0: Das war re:invented
0: der Business Podcast von Scheer IDS.
0: Mehr Impulse, Best Practices und Hintergründe
0: finden Sie auf scheer-ids.de.
0: Wenn Sie wollen, hören wir uns in der nächsten Folge wieder.
0: Bis dahin machen Sie's gut.
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