11 #BestPractice: SAP Cloud ERP – Chance oder Notwendigkeit?

Shownotes

Steigende IT-Kosten, aufwendige Eigenentwicklungen, fehlende Fachkräfte und dazu die Erwartung, neue Technologien wie KI zügig und sicher im Tagesgeschäft zu nutzen: Viele Unternehmen überlegen derzeit, wie ihre ERP-Landschaft in Zukunft aufgestellt sein soll. SAP setzt dabei klar auf Cloud ERP. Ist der Schritt in die Cloud also in erster Linie eine technologische Chance oder schon eine strategische Pflicht?

Darüber sprechen wir in dieser Folge mit Andreas Meyer, Head of Business Unit Manufacturing bei Scheer IDS, und Laura Jakoby, Managing Consultant Automotive Manufacturing bei Scheer IDS. Die beiden erklären, was SAP Cloud ERP für Unternehmen in der Praxis bedeutet und zeigen, warum eine erfolgreiche Transformation nicht bei der Auswahl der Software anfängt, sondern bei den eigenen Geschäftsprozessen.

Wir schauen uns an, wie sich die Public und die Private Edition von Cloud ERP unterscheiden, und erklären Ansätze wie Fit-to-Standard und Clean Core. Außerdem geht es darum, warum Standardisierung, Offenheit für Veränderung und gutes Change Management über den Erfolg von Cloud-Projekten entscheiden. Dabei klären wir auch, wann individuelle Prozesse einen echten Wettbewerbsvorteil bringen und wann sie nur zusätzliche Komplexität schaffen.

Zum Schluss blicken wir nach vorn: Wie wichtig sind standardisierte Prozesse und gute Datenqualität? Und wie kann Cloud ERP die Basis schaffen, um Innovationen schneller im Unternehmensalltag umzusetzen?

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Transkript anzeigen

00:00:00: Willkommen zu re:invented dem  Business Podcast von Scheer IDS.  

00:00:05: Wir sprechen über Cloud Prozesse und  digitale Transformation. Praxisnah,  

00:00:10: verständlich und immer mit Blick auf das,  was Ihrem Unternehmen echten Mehrwert bietet.

00:00:19: Zu einer neuen Folge begrüßt euch und  Sie Susan Zare. Steigende IT Kosten,  

00:00:24: komplexe Eigenentwicklungen, Fachkräftemangel und  gleichzeitig aber auch der Wunsch, Innovationen  

00:00:30: wie KI, Künstliche Intelligenz schnell und  sicher in den Unternehmensalltag zu integrieren.  

00:00:35: Kurz gesagt viele Unternehmen stehen vor ganz  schön vielen Fragen darunter brandheiß auch vor  

00:00:41: der Frage, wie ihre ERP-Landschaft künftig  aussehen soll. SAP setzt auf die Cloud ERP.

00:00:47: Aber was steckt da genau dahinter? Darüber  wollen wir heute sprechen. Ist die Cloud  

00:00:51: vor allem ein technologischer Trend oder könnte  man sagen, das ist inzwischen eine strategische  

00:00:56: Notwendigkeit für ein Unternehmen? Das soll unser  Thema sein. Ich freue mich sehr auf zwei Gäste,  

00:01:01: die Unternehmen auf diesem Weg  tagtäglich begleiten. Ich freue  

00:01:05: mich auf Andreas Meyer. Er ist Head of  Business Unit Manufacturing bei Scheer IDS.

00:01:10: Sein Schwerpunkt liegt also auf  SAP-basierter Prozessoptimierung  

00:01:13: und S/4HANA Transformation. Also  er unterstützt Unternehmen dabei,  

00:01:17: ihre industriellen Geschäftsprozesse effizienter  aufzustellen. Ich grüße dich, Andreas. Hallo. Ja,  

00:01:22: hallo. Und außerdem begrüße ich Laura Jakoby. Sie  ist Managing Consultant Automotive Manufacturing  

00:01:30: bei Scheer IDS. Sie begleitet Unternehmen  bei der Optimierung ihrer Geschäftsprozesse  

00:01:34: in Produktion und Konstruktion und bringt da  ihre Erfahrung aus Cloudprojekten mit ein.

00:01:39: Ich freue mich, dass wir miteinander  sprechen. Hallo Laura. Hallo! Ich freue  

00:01:42: mich auch. Bevor wir ins Thema einsteigen noch  mal vielleicht, um so ein bisschen anzukommen.  

00:01:48: Da sind ja immer viele Begrifflichkeiten.  Andreas, vielleicht erst mal auch deine  

00:01:53: Rolle. Was genau umfasst die denn als Head of  Business Unit Automotive and Manufacturing?  

00:01:58: Ja, also wie der Name schon sagt also ich betreue  Kunden im Bereich Automotive und Manufacturing  

00:02:03: bei SAP Projekten, aber auch bei der strategischen  Entscheidung: Welche Richtung gehen wir?

00:02:09: Gerade in den heutigen Zeiten, wo Innovation das  Nonplusultra ist für Unternehmen. Dazu gehört  

00:02:16: natürlich auch dann die Weiterentwicklung des  Teams, mitunter halt also auch Beratungsprodukte  

00:02:21: entsprechend weiter voranzutreiben. Ganz  wichtig ist natürlich auch die Beobachtung:  

00:02:27: Wo geht die Reise hin? Was tut sich am Markt?  Was tut sich innerhalb der SAP? Wie sind die  

00:02:33: technologischen Weiterentwicklungen? Welche  Innovationen kommen in den nächsten Wochen,  

00:02:38: Monaten, Jahren auf den Markt und dahingehend  natürlich auch ist die Rolle ganz wichtig,  

00:02:43: den Kunden auch entsprechend  dahin zu führen und zu beraten.

00:02:48: Manufacturing Laura ist auch bei dir das  Stichwort. Wie sieht der Arbeitsalltag als  

00:02:52: Managing Consultant aus? Der ist tatsächlich  sehr abwechslungsreich. Ein großer Teil von  

00:02:58: meiner Arbeit findet gemeinsam mit unseren  Kunden statt. Wir analysieren Prozesse,  

00:03:03: wir moderieren Workshops zusammen  und wir diskutieren sehr häufig,  

00:03:07: sehr, sehr intensiv darüber, welche  Unternehmensabläufe man wirklich  

00:03:11: braucht und wie man die gegebenenfalls  in einem ERP-System eben auch abbildet.

00:03:17: Das Spannendste eigentlich an meinem  Alltag ist, dass wir häufig ganz wenig  

00:03:20: nur über Technik diskutieren, sondern ganz  häufig eben über das Thema Veränderung.  

00:03:26: Und viele unserer Kunden sind sich durchaus  darüber bewusst, dass sie sich weiterentwickeln  

00:03:30: wollen. Und gemeinsam versuchen wir dann  eben, die Herausforderungen zu evaluieren,  

00:03:36: die uns entgegentreten, wenn es darum geht, uns  weiterzuentwickeln und zukunftsfähig zu machen.

00:03:43: Beim Stichwort sich weiterentwickeln,  zukunftsfähig werden ist man ganz schnell  

00:03:46: bei der Frage: Was macht denn überhaupt  so ein intelligentes Unternehmen aus?  

00:03:50: Und wir haben ja so ein bisschen die Oberfrage  heute: Ist SAP Cloud ERP da eine Chance oder  

00:03:57: ist es einfach notwendig? Ist das ein Muss  oder Kann? Und deswegen erstmal, um da auch  

00:04:02: noch mal so ein bisschen zu sortieren, würde  ich, Andreas, dich gerne als nächstes fragen.

00:04:08: SAP spricht ja häufig vom intelligenten  Unternehmen. Was steckt da eigentlich dahinter,  

00:04:13: hinter der Idee? Ja, vielleicht zuerst mal Chance  oder Wandel halt. Es ist im Grunde immer beides,  

00:04:18: eigentlich. Also viele Unternehmen müssen ihre  alten Systeme aufgrund des Lebenszyklus ohnehin  

00:04:23: ersetzen bzw. diesen Shift machen. Ob Brownfield  oder Greenfield ganz neu. Und die Chance liegt  

00:04:29: darin, auch mal aufzuräumen, das heißt schlechte  oder unnötig komplizierte Abläufe zu verbessern.

00:04:37: Jetzt der Gedanke, wenn ich sage okay, ich gehe  jetzt in die Cloud und mit dem Hintergedanken,  

00:04:42: ich mache das rein technisch, bringt in der  Regel recht wenig. Also wir haben Kunden,  

00:04:47: die sowohl Brownfield machen und danach sich  überlegen okay, was kann ich verbessern? Da  

00:04:51: gibt es auch verschiedene Möglichkeiten,  das anzugehen. Es gibt aber auch Kunden,  

00:04:55: die sagen ich möchte komplett neu  aufsetzen bzw. habe noch kein SAP.

00:04:58: Ich gehe direkt in die Cloud hinein. Das  intelligente Unternehmen grundsätzlich:  

00:05:04: Was steckt denn dahinter? Wir haben im  Kern immer noch, wir reden immer vom  

00:05:07: digitalen Kern mit den zentralen Prozessen  und Daten, also für Einkauf, für Vertrieb,  

00:05:13: für Produktion usw. usf. Darum haben wir  weitere Systeme mitunter im SAP Universum,  

00:05:20: wie eine Sales Cloud, eine Service Cloud, ein  Ariba für den Einkauf usw. und natürlich auch  

00:05:26: oftmals viele Drittsysteme, weil nicht alle  Kunden immer nur SAP Produkte einsetzen.

00:05:31: Und unter dem intelligenten Unternehmen  verstehen wir die optimale Vernetzung  

00:05:36: dieser Systeme in vernünftig festgelegten  Abläufen. Wir haben also mehrere Layer.  

00:05:43: Die Idee ist halt, über die Business  Data Cloud, Daten dann zu konsolidieren  

00:05:47: aus allen Systemen im Endeffekt. Und  jetzt kommt das ganz Spannende auch,  

00:05:52: viel geht in Richtung KI es ist die Zukunft.  Und die KI nimmt als Datenbasis diese Business  

00:05:57: Data Cloud, um darauf Analysen zu fahren und dann  die Agenten arbeiten zu lassen, die im Endeffekt  

00:06:03: dann halt Entscheidungen untermauern und die auch  entsprechend mittelfristig auch umsetzen können.

00:06:10: Das heißt also, ein intelligentes Unternehmen  besteht jetzt nicht nur aus einer einzigen  

00:06:14: Anwendung, sondern es ist eine Verbindung von  verschiedenen Anwendungen, Daten und Prozessen,  

00:06:20: die optimal untereinander kombiniert werden.  Wenn wir bei diesen Begrifflichkeiten sind,  

00:06:25: Laura, ich nehme das, was Andreas gesagt  hat, einfach mal auf und werfe jetzt noch  

00:06:29: einen Ball mit rein, um das so ein  bisschen besser verstehen zu können.

00:06:33: Wir haben ja gerade gesagt ganz viele,  

00:06:34: oder Andreas hat gerade nochmal gesagt  viele Unternehmen sind in der Situation,  

00:06:37: dass sie einfach auch, dass die Software ein  Verfallsdatum sozusagen hat gefühlt und man  

00:06:42: dann eben sich verändern muss. Da gibt  es ja auch diese Begrifflichkeiten. Also  

00:06:47: was unterscheidet dann SAP S/4HANA Cloud  Public Edition von der Private Edition?

00:06:54: Also es ist mit Sicherheit ganz sinnvoll, erstmal  diese ganzen Begrifflichkeiten auseinander zu  

00:06:59: zerren. Wir haben das ganz häufig, dass eben  Begriffe wie Cloud ERP, Public Cloud, Private  

00:07:05: Cloud erstmal total vermischt werden, obwohl sie  einerseits ganz unterschiedliche Dinge, aber eben  

00:07:11: auch ganz unterschiedliche Ebenen beschreiben.  Grundsätzlich ist es so, dass der Begriff Cloud  

00:07:18: ERP zunächst einmal ein ERP-System beschreibt,  das als Cloud Service bereitgestellt wird.

00:07:24: Und innerhalb von diesem Oberbegriff gibt es  verschiedene Betriebs- oder eigentlich auch  

00:07:30: Bereitstellungsmodelle. Und SAP unterscheidet  dabei vor allem zwischen Public Cloud und der  

00:07:36: Private Cloud. Die Public Cloud spezialisiert  sich eigentlich weitgehend auf standardisierte  

00:07:42: Ansätze. Die Private Cloud, da gibt es ein  bisschen mehr Flexibilität und eben Raum  

00:07:48: für individuelle Anpassungen. Aufbauend  auf diesen Begriffen gibt es Programme,  

00:07:55: die Unternehmen helfen sollen,  ihre Transformationen umzusetzen,  

00:07:59: also die bestehende ERP-Landschaft zu  der neuen S/4HANA Landschaft zu bewegen.

00:08:05: Und die Begriffe beschreiben wirklich  diese unterschiedlichen Ebenen. Ein  

00:08:09: Cloud ERP ist eben die Lösung. Die Public  und Private Cloud sind die Betriebsmodelle  

00:08:15: und das RISE oder das GROW sind eben die  Angebote, mit denen die SAP die Einführung  

00:08:22: und eigentlich auch den Betrieb unterstützt.  Laura noch hinterher gefragt ist es dann so,  

00:08:28: dass da die SAP stark auf das  eine setzt oder wenn ja, warum?

00:08:32: Ja, also tatsächlich sehen ganz viele unserer  Kollegen, aber auch andere Softwarehäuser eben  

00:08:39: die Bewegungen Richtung Public Cloud. Und das  hat verschiedenste Gründe. Also mit Sicherheit  

00:08:45: mehr als aktuell es hier aufzuzählen.  Aber ich kann gerne mal irgendwie auf  

00:08:49: 2 bis 3 eingehen. Also der wichtigste  Grund, warum man sich zum Beispiel zu  

00:08:53: einer Public Cloud entscheiden würde oder  warum man auf eine Public Cloud setzt, ist

00:08:58: eben, dass es keinen Ort gibt, wo eine  Innovationsstelle entstehen kann. Neue Funktionen  

00:09:06: im Business AI, eine Fehlerbehebung oder  Automatisierung lassen sich in einer Public Cloud  

00:09:12: zentral bereitstellen. Das heißt, Unternehmen  profitieren sofort davon, ohne dass sie lange  

00:09:17: Upgrade Projekte irgendwo etablieren müssen und  ist natürlich für ein Unternehmen, für unsere  

00:09:24: Kunden total attraktiv. Warum? Die Komplexität  von Ihren Projekten, von Ihrer Software reduziert  

00:09:30: sich erheblich einfach nur durch eine Einführung  von einer neuen, von einer neuen ERP-Landschaft.

00:09:38: Genau. Andreas, da stellt man sich direkt  die Frage wäre es nicht irgendwie sinnig,  

00:09:43: wenn es da eine Standardisierung gäbe, die für  alle Sinn macht? Oder was sind da die Gründe,  

00:09:47: dass das nicht so ist? Ja, also ich  kann erstmal nur unterstreichen,  

00:09:52: was die Laura gesagt hat. Also  nochmal der Kern also für das Public  

00:09:56: Deployment-Modell ist tatsächlich, also ich  habe unheimlich viele Prozesse Out of the box.

00:10:01: Ja, ich habe über 800 Best Practices, sozusagen  Scope-Items, die installiert werden können,  

00:10:08: vereinfacht gesagt und auch sofort genutzt  werden können. Zudem haben wir Upgrade-Zyklen  

00:10:13: von zweimal jährlich, das heißt alle  sechs Monate kommt ein neues Release  

00:10:18: raus. Das ist auch nicht optional,  das ist verpflichtend. Das heißt,  

00:10:22: ich habe sämtliche Innovationen, die die SAP in  dieser Zeit entwickelt hat, sofort zur Verfügung.

00:10:29: Und das ist der große Unterschied, diese  Geschwindigkeit, wenn man überlegt,  

00:10:32: so in der Vergangenheit, viele Kunden  haben teilweise Systeme, die sind veraltet,  

00:10:38: teilweise Release Zyklen von 5, 6, 7, 8 Jahren.  Ja, das heißt man hat früher auch sehr viel  

00:10:45: Innovation selbst gebaut, mit eigenen Entwicklern,  mit Beratungshäusern. Und so weiter und so fort.  

00:10:53: Ich meine, die logische Konsequenz ist ganz  einfach, man fährt sich fest im Endeffekt.

00:10:58: Release-Upgrades sind immer  schwieriger durchzuführen,  

00:11:01: wenn ich nicht im Kern arbeite, wenn ich  keinen Clean Core habe. So nennt man das.  

00:11:06: Und das ist eigentlich der große Grund dahinter,  weshalb diese Public Cloud Modelle so attraktiv  

00:11:14: sind. Ich meine, Microsoft und andere  große Häuser machen das vor. Ich kann  

00:11:18: mir auch jetzt nicht aussuchen, welche  Version von Outlook ich haben möchte.

00:11:24: Ich bin da an Release Zyklen gebunden usw.  Ich muss es nutzen und ich nutze es so wie  

00:11:28: es ausgeliefert wird. Und ähnlich ist auch  der Gedanke bei der bei der Public Cloud.  

00:11:34: Mit dem Unterschied, dass es hier  um ERP-Prozesse geht, wo viele Jahre  

00:11:38: an Erfahrung und Projekten reingeflossen  sind, dass es dem Kunden ermöglichen soll,  

00:11:43: ganz einfach von dieser Erfahrung auch auf  Knopfdruck mehr oder weniger zu profitieren.

00:11:49: Es gibt natürlich auch noch Branchen oder  Umfelder, wo man sagt, die Public Cloud  

00:11:53: ist da noch nicht für geeignet gerade so im  validierten Umfeld, in der Pharmaindustrie,  

00:11:59: wo ich einfach diese sechsmonatigen Upgrades  nicht machen darf, noch nicht. Auch dafür  

00:12:04: wird es Lösungen geben, mittelfristig. Und  das ist eigentlich der große Unterschied. Ja,  

00:12:09: also viel Standard versus maximale Flexibilität.  

00:12:14: Ja, und gerade in unserer Branche merken wir  auch, dass der Reifegrad mittlerweile von der

00:12:20: SAP Cloud ERP, was unter Public Cloud  lief früher von der Begrifflichkeit her,  

00:12:29: massiv gestiegen ist in den letzten acht neun  Jahren, im Endeffekt, seit der ersten Version  

00:12:35: von 2017. Ich würde total gerne an der Stelle  mit euch wirklich mal in die Praxis schauen,  

00:12:43: nämlich wie das denn tatsächlich dann ist,  welche Branchen tatsächlich profitieren,  

00:12:49: wie so ein Transformationsprozess  dann in der Praxis aussehen kann.

00:12:52: Und letzte Begrifflichkeit würde ich aber  vorher gerne noch ansprechen. Und zwar ja,  

00:12:56: ein Begriff, der auch immer wieder auftaucht, ist  ja Fit-to-Standard. Was bedeutet der eigentlich  

00:13:03: konkret? Ich werfe mal den Ball einfach noch mal  zu Laura rüber. Ja, Fit-to-Standard ist eigentlich  

00:13:09: ein Einführungsansatz, bei dem ein Unternehmen  seine Geschäftsprozesse an die Standard Prozesse,  

00:13:17: die von SAP vorgegeben werden,  anpasst und nicht umgekehrt.

00:13:21: Früher wurde oft gefragt wie können wir  das SAP an unsere Prozesse anpassen? Und  

00:13:26: heute lautet die Frage eher umgekehrt, nämlich:  welche unserer Prozesse können wir vereinfachen  

00:13:32: und an den Standard ausrichten? Und das ist  natürlich ein ganz anderer Denkansatz. Wie  

00:13:38: läuft das so konkret ab, wenn wir jetzt  so mit dem Ansatz zum Kunden kommen,  

00:13:44: dann würden wir jetzt zum Beispiel  mal den Einkaufsprozess uns angucken.

00:13:49: In einem gemeinsamen Workshop mit dem Kunden  würden wir dann eben diesen Standard Prozess,  

00:13:54: den sich die SAP durch Erfahrungen natürlich  eben ausgedacht hat oder auch entwickelt hat,  

00:14:01: den würden wir uns gemeinsam mit dem Einkauf  ansehen, den würden wir demonstrieren. Und der  

00:14:05: Fachbereich des Kunden prüft dann, ob das  eben den fachlichen Anforderungen erfüllt,  

00:14:12: ob das diese Anforderungen erfüllen kann  oder ob es hier eine Abweichung gibt.

00:14:15: Und wenn das so ist, dann  müssen wir erstmal feststellen,  

00:14:19: ist vielleicht die Anforderung  des Kunden wirklich so wichtig,  

00:14:22: weil sie eben zu einem Wettbewerbsvorteil führt?  Oder ist es vielleicht wirklich ein Prozess,  

00:14:28: der historisch gewachsen ist? Und dann muss  man das erstmal bewerten. Das heißt, dieser  

00:14:32: Fit-to-Standard ist eben wirklich ein Workshop, in  dem wir in eine große Diskussion rutschen werden,  

00:14:37: wenn es darum geht, ob Prozesse so beibehalten  werden sollen oder ob wir sie anpassen können.

00:14:42: Es bringt uns aber Laura wunderbar so  ein bisschen in den nächsten Schritt,  

00:14:44: nämlich zur Frage. Ja, wir wissen jetzt  erst mal so ganz grob die Begrifflichkeiten  

00:14:50: zu verorten. Aber die nächste Frage wäre  ja eben, für welche Unternehmen die SAP  

00:14:54: Cloud ERP besonders geeignet ist. Andreas,  wie geht ihr da ran an diese Frage? Also  

00:15:00: grundsätzlich ist das Cloud ERP für alle  Firmen, also sämtlicher Größen geeignet.

00:15:07: Ob jetzt im ein oder zwei Tier Szenario, muss man  sich im Detail anschauen. Heißt natürlich auch für  

00:15:12: große Unternehmen, selbst sehr große prominente  Automobilhersteller setzen teilweise auf Two-Tier  

00:15:19: Szenarien. Das heißt im Kern noch ja diese über  viele Jahre gewachsene Lösung. Aber für gewisse  

00:15:26: Anwendungsbereiche oder auch Lokalisierung,  Länder usw. dann halt tatsächlich die Public  

00:15:31: Cloud für gewisse Geschäftsbereiche, wie zum  Beispiel im Bereich Finance usw. und so fort.

00:15:35: Das heißt grundsätzlich für jede Branche  geeignet, außer jetzt wie die Pharmabranche,  

00:15:40: die uns jetzt hier uns beide jetzt nicht  so sehr betrifft. Aber grundsätzlich ist  

00:15:45: die Public Cloud für jedes Unternehmen, jeder  Größe interessant. Es hängt natürlich auch daran,  

00:15:52: wie gehe ich damit vor? Wenn ich jetzt  also ein sehr gewachsenes System habe,  

00:15:57: sehr groß bin, ist es oft sehr schwer  zu sagen, ich setze noch mal neu auf.

00:16:01: Ja, deswegen macht es hier Sinn, durchaus  erst mal den Schritt über die Private Cloud  

00:16:05: zu gehen. Ganz einfach um zu skalieren  und auch um auf den Kern zurückzukehren.  

00:16:12: Das heißt Entwicklung wieder entzerren,  rausnehmen, Komplexität reduzieren auf SAP  

00:16:17: Standard, der sich ja auch in den letzten  Jahren massiv erweitert hat, zu gehen,  

00:16:23: um dann hinterher auch den Schritt dann in die  Public Cloud einfacher vollziehen zu können.

00:16:28: Also man kann jetzt nicht sagen, dass es  Branchen gibt, die da besonders profitieren,  

00:16:31: sondern das ist eher so ein breiter Blick,  habe ich das richtig verstanden? Genau richtig,  

00:16:35: ja. Muss denn ein Unternehmen bestimmte  Voraussetzungen mitbringen, damit die Cloud  

00:16:41: ERP erfolgreich funktioniert, Andreas noch  nachgefragt? Ganz wichtig der Mindset. Ja,  

00:16:46: und das predigen wir eigentlich immer. Der  Mindset ist das A und O in so einem Projekt.

00:16:51: Das heißt die Bereitschaft, auch  mit Standard zu arbeiten und ihn  

00:16:55: auch zu akzeptieren, ist das A und O  ja. Wenn Unternehmen, die versuchen,  

00:17:00: ihre alten Prozesse nicht zu hinterfragen, sind  zum Scheitern verurteilt bei so einer Cloud  

00:17:07: Einführung. Das wird nicht funktionieren.  Das haben wir auch erlebt in Projekten.

00:17:13: Ihr begleitet eben beide Unternehmen bei diesen  Transformationen. Deswegen Laura, an dich noch  

00:17:19: mal gefragt, auch aus der vielleicht positiven  Brille noch mal: Welche Vorteile sehen denn  

00:17:25: dann auch Kunden nach der Einführung tatsächlich?  Oder gibt es da so Aspekte, wo man sagen könnte,  

00:17:30: das gibt den größten Unterschied im Alltag, die  wir vielleicht konstatieren können? Also viele  

00:17:37: Kunden sagen zunächst einmal die geringere  Komplexität während der Projektlaufzeit,  

00:17:42: weil es eben diese Einführungsstandards gibt,  die wir dann gemeinsam mit dem Kunden umsetzen.

00:17:48: Interessant wird es aber natürlich erst lange  danach. Nämlich dann, wenn es darum geht,  

00:17:52: neue Funktionen schnell zur Verfügung zu  stellen. Oder eben auch wenn es darum geht,  

00:17:58: internationale Standorte zu integrieren. Das  sind alles Themen, in denen die Cloud wirklich  

00:18:04: eine ganz starke Stärke eben auch aufweisen  kann. Es kann gegebenenfalls auch dazu kommen,  

00:18:11: dass eben die IT durch die Innovationen, die  mit der Cloud kommen, eben auch entlastet wird.

00:18:16: Also das sind alles Themen, die  man langfristig eben vom Kunden  

00:18:19: immer wieder hören kann. Auch wenn  man mal Richtung Zukunft blickt. Mit  

00:18:24: so einer Einführung von der Public Cloud  hat man eben auch einen gewissen Standard,  

00:18:27: den die SAP sich vorstellt für neue Technologien  wie zum Beispiel KI. Je standardisierter,  

00:18:33: eben unsere Prozesse, unser System ist,  desto mehr können wir auch davon profitieren.

00:18:37: Und das sind natürlich auch Themen, die  werden erst in Zukunft noch von unseren  

00:18:41: Kunden widergespiegelt werden können. Aber wir  sind schon gespannt auf die Rückmeldung. Das  

00:18:46: sind sicher Punkte, die uns immer mehr  beschäftigen werden in jedem Bereich.  

00:18:51: Trotzdem haben wir gerade mal so ein paar positive  Sachen rausgezogen. Und ja, nicht jedes Projekt  

00:18:57: läuft automatisch direkt erfolgreich.  Vielleicht auch mal kritisch geschaut.

00:19:01: Andreas, was sind denn vielleicht auch große  Hürden in SAP Cloud ERP Projekten? Was muss  

00:19:06: man da vielleicht auch im Kopf behalten?  Ja, also wie gesagt, der Cloud Mindset  

00:19:10: ist eigentlich der Rahmen, das Wichtigste  überhaupt. Man braucht eine klare Struktur,  

00:19:13: auch das heißt Verantwortlichkeiten,  auch Mitarbeiter oder Key-User wie  

00:19:17: man sie auch ganz gerne mal nennt, die  auch bereit sind, diesen Weg mitzugehen,

00:19:21: die verstehen, was dahinter steckt. Ja und  genau, was auch die Laura eben gesagt hatte halt  

00:19:26: mit dem Ziel, langfristig skalierbar zu bleiben.  Das heißt, von diesem schnellen Innovationsdruck,  

00:19:32: den wir ja haben, den wir alle haben, auch  profitieren zu können. Das heißt auch bereit sein,  

00:19:38: entsprechend mal die 80 % Lösungen erstmal  einzuführen und dann Sukzessive weiter  

00:19:43: zu verbessern. Das heißt, das ganze Thema  Cloud ERP ist eine Reise aus unserer Sicht.

00:19:50: Man macht es nicht einmal und dann ist gut,  sondern man macht immer weiter. Das heißt man  

00:19:55: verfeinert, man richtet neue Geschäftsprozesse  ein, Geschäftsmodelle. Momentan ist die Welt  

00:20:01: ja auch sehr schnell, was das angeht. Auch jetzt  zum Beispiel in Bezug auf viele Unternehmen, die  

00:20:07: verkaufen ihre Produkte nicht mehr, die vermieten  sie, stellen sie hin und die Kunden produzieren  

00:20:12: und zahlen im Endeffekt dann halt für den Output,  der generiert wird und so weiter und so fort.

00:20:16: Das bedingt natürlich, dass ich da ganz  andere Geschäftsmodelle einsetzen muss. Ja,  

00:20:22: das heißt Subscription-Modelle zum  Beispiel usw. und so fort. Und das  

00:20:27: ist eigentlich das A und O, die Struktur, die  Organisation innerhalb der Kundenorganisation  

00:20:33: entsprechend aufzusetzen mit der Bereitschaft,  auch ich sage mal, die Promotoren mitzunehmen,  

00:20:39: die das auch in die Breite tragen und  auch diesen Mehrwert, den man dadurch hat.

00:20:43: Ja, das heißt Skalierbarkeit, einfache Betreuung,  geringere IT-Kosten und einfach Geschwindigkeit  

00:20:52: da mit reinzukriegen. Und das funktioniert  nicht, wenn, wie wir eben schon gesagt haben,  

00:20:57: wenn alte Strukturen so bleiben und kein  Signal gesetzt wird, wir gehen jetzt den  

00:21:03: innovativen Weg. Warum, Laura scheitern  da vielleicht dann auch manche Projekte?  

00:21:09: Liegt das dann vielleicht auch am Punkt der  Individualisierung? Könnte ich mir vorstellen.

00:21:14: Ja, also das ist mit Sicherheit einer der Punkte.  Also ich kann eigentlich auch darauf aufbauen,  

00:21:18: was Andreas gerade gesagt hat. Also für mich  wäre wirklich auch dieser erste große Grund  

00:21:23: mit der Priorität eins, ist wirklich dieser  Widerstand gegen Standardisierung. Und da  

00:21:29: kommt natürlich auch ganz oft zu tragen, dass eben  ja einmal Prozesse natürlich auch mit Menschen,  

00:21:36: Organisationen zu tun haben, das heißt,  die leben diese Prozesse schon seit vielen,  

00:21:41: vielen Jahren und dann möchte man das  eventuell ablösen oder mit einem neuen  

00:21:45: Standard irgendwo etikettieren und dann  kommt es natürlich erstmal zur Diskussion.

00:21:50: Also das kann wirklich ein ganz großer Grund  sein, warum etwas zum Scheitern verurteilt ist.  

00:21:55: Ich glaube, ein anderer wichtiger Grund wäre zum  Beispiel eben auch das Thema Change Management.  

00:21:59: Also auch wir sind natürlich immer wieder  angehalten, das immer wieder in Frage zu stellen,  

00:22:05: was bei unseren Projekten entschieden wird und  was gesehen wird und was nicht gesehen wird. Das  

00:22:11: heißt, wir wissen ganz genau darum, dass eben  dieses Veränderungsmanagement in diesem Projekt  

00:22:18: startet und dann eben mit uns zusammen eben im  gesamten Unternehmen auch diskutiert werden muss.

00:22:23: Also da lassen wir auch unsere Kunden nicht  alleine. Wir wissen, dass das ein ganz  

00:22:26: wichtiger Punkt ist in solchen Projekten. Und  da müssen wir natürlich auch ein Garant sein,  

00:22:31: dass das Projekt eben nicht scheitert.  Und ist es denn so, dass dann man,  

00:22:37: wenn man in dem Projekt drin ist, dass man  auch sagen kann, das ist jetzt auch wirklich  

00:22:40: vielleicht auf lange Sicht betrachtet günstiger  oder kann man das nicht sagen, Public Cloud?

00:22:48: Also die wirtschaftliche Rechnung ist  natürlich jetzt nicht ganz so einfach. Ja,  

00:22:52: und ich sage mal, es sind Unternehmen, auch  kleinere, die selbstgebaute Lösungen einsetzen,  

00:22:59: die natürlich in der Regel günstiger sind. Die  Frage ist halt was, was bekomme ich dafür? Was  

00:23:03: bekomme ich für das, was ich bezahle? In  der Public Cloud zahle ich im Endeffekt  

00:23:10: nach Usern und nach natürlich nach den  Software Komponenten, die eingesetzt werden.

00:23:16: Es gibt Komponenten die im Kern mit drin  sind, die sind mit der Basislizenz soweit  

00:23:21: abgedeckt. Es gibt natürlich aber  auch erweiterte Funktionalitäten,  

00:23:25: die auch über den Kern hinausgehen, wie  zum Beispiel in die Sales Cloud oder  

00:23:29: auch erweiterte Funktionalitäten wie die  erweiterte Verfügbarkeitsprüfung im Kern.  

00:23:35: Die kostet natürlich Geld. Das ist immer  so ein, ich sage mal, ein Mischmasch.

00:23:40: Man muss, im ersten Schritt macht man in der  Regel einen sogenannten DDA, ein Digital Discovery  

00:23:45: Assessment, wo man genau die entsprechend,  die Lizenznotwendigkeiten ermittelt. Ja,  

00:23:51: und oft ist es auch so, dass man sagen kann, okay,  diese Funktion wäre jetzt schön zu haben. Ja,  

00:23:58: die macht durchaus Sinn, aber der Businessnutzen  rechtfertigt die Extrakosten jetzt nicht.

00:24:04: Das ist immer halt so ein Weg, den man in  der ersten Phase in der Regel gemacht hat,  

00:24:07: wenn man in der Discovery ist und auch die  Roadmap erstellt, wo man genau auf diese  

00:24:11: Punkte schaut und dann schaut, was kostet es im  Endeffekt dann halt. Also deswegen diese Rechnung

00:24:20: ist schwierig, muss aber gemacht  werden, natürlich vor jedem Projekt.

00:24:25: Andreas, ich danke dir. Eine letzte Frage  möchte ich gerne auch aus der Praxis noch mit  

00:24:29: euch ansprechen. Es geht wieder um einen Begriff  Clean Core. Und auch da gerne noch mal die Frage,  

00:24:35: was das denn in der Praxis bedeutet. Andreas  sollen wir bei dir bleiben noch kurz? Ja,  

00:24:40: kann ich gerne erläutern. Also Clean Core  heißt den Kern upgradefähig zu halten.

00:24:47: Das gilt nicht nur für die Public, es gilt  auch für die Private, im Endeffekt. Das heißt  

00:24:51: je cleaner mein Core ist, desto einfacher  sind Upgrades auch in der Private Cloud.  

00:24:55: natürlich. Im Clean Core, in der Public oder im  SAP Cloud ERP heißt es, ich habe gewisse Bereiche,  

00:25:04: in denen ich erweitern darf. Die sind aber  festgelegt, die sind von der SAP festgelegt.

00:25:09: Das sind In-Core Erweiterungsmöglichkeiten. Das  heißt, ich kann In-Core, also in zertifizierten  

00:25:16: Umgebungen, tatsächlich auch Quellcode  installieren, Quellcode entwickeln.  

00:25:22: Ich kann auch Customizen.  Ja, also Clean Core heißt  

00:25:26: ich entwickle nur in den Bereichen oder darf  nur in den Bereichen entwickeln, die mir eine  

00:25:31: Release-Upgradefähigkeit gewährleisten. Was  ich sagte, diese sechs monatigen Zyklen halt,  

00:25:37: die ich machen muss und die macht die  SAP, ob man das möchte oder nicht.

00:25:43: Also die werden gemacht mit allen Vorteilen.  Ich sage bewusst Vorteil, heißt natürlich auch  

00:25:48: ein bisschen Testaufwand in jedem Release  Zyklus. Aber wie gesagt, dieser Clean Core

00:25:56: ermöglicht das eigentlich erst, dass diese  Upgrades möglich sind. Wenn ich so überlege,  

00:26:01: in der Vergangenheit, auch die On-Premise  Lösungen. Das sind Upgrade Projekte,  

00:26:05: teilweise, die über ein Jahr, man muss sich das  mal vorstellen ein Jahr und mehr teilweise, um ein  

00:26:11: Release Upgrade zu machen. Das ist Heutzutage  ist das Wahnsinn und das hemmt Innovation,  

00:26:16: und das hemmt Geschwindigkeit usw. und genau da  kommt das Cloud ERP, die Public Version natürlich  

00:26:24: deutlich besser bei weg in der Regel, als bei  den On-Premise oder bei den Private Clouds.

00:26:28: Laura hast du noch was dazu zu ergänzen?  Du nickst gerade. Genau. Also ich würde  

00:26:34: auf jeden Fall gerne mal ergänzen,  dass ich das ebenfalls auch so sehe,  

00:26:37: das ja Public Cloud eben eigentlich auch  langfristig zum Standard werden wird. Also  

00:26:41: genauso wie das der Andreas gerade gesagt hat.  Alleine die Geschwindigkeit ist das Thema,  

00:26:46: das unsere Kunden umtreiben wird. Und da  ist einfach die Public Cloud unschlagbar.

00:26:50: Das heißt, wir werden uns alle darauf gefasst  machen müssen, dass wir vieles erstmal infrage  

00:26:55: stellen müssen mit dem Kunden zusammen. Viele  Prozesse, viel Diskussion. Aber im Endeffekt  

00:27:00: wird es uns dazu bringen, dass wir wirklich  einen der größten Mehrwerte erschließen können.  

00:27:07: Genau, also ich glaube, ein Cloud  Projekt sollte eben eigentlich nicht  

00:27:12: mehr nur als reines IT Projekt verstanden  werden, sondern wirklich eben als Chance.

00:27:16: So wie der Andreas das gesagt hat,  Prozesse, ganze Organisationseinheiten,  

00:27:21: die Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen  wirklich neu zu denken. Und wenn wir das machen,  

00:27:25: dann haben wir wirklich eigentlich eine Chance,  langfristig einen großen Mehrwert zu erzielen. Es  

00:27:30: hört sich für die Zukunft vielversprechend an, ich  würde gerne den Schluss nutzen. Natürlich ist ja  

00:27:35: immer die Chance da, eben mit euch tatsächlich  ganz individuell ins Gespräch zu kommen.

00:27:40: Aber was wir vielleicht noch mal auch  allgemein zum Schluss festhalten könnten  

00:27:44: mit einem Blick in die Zukunft, da haben wir  schon ganz viel KI angesprochen. Aber Laura,  

00:27:49: vielleicht gerade noch mal was würdest du  sagen, welche Rolle werden Business AI,  

00:27:53: SAP Joule künftig spielen? Das wird  eine ganz große Rolle spielen. Also  

00:27:58: ich habe das eben schon mal gesagt, das  möchte ich ganz gerne mal vorziehen.

00:28:01: Also die ganz große Bedingung zum Einsatz von KI  ist wirklich Standard. Und zwar nicht nur, worauf  

00:28:07: ich immer sehr rumreite, die Prozesse, sondern  eben auch ein hoher Standard von Datenqualität.  

00:28:13: Wenn das gegeben ist, dann wird das eine ganz  große Rolle spielen, weil wir dadurch eben  

00:28:18: Routineaufgaben wirklich erledigen lassen können.  Also das heißt, eine KI kann uns unterstützen. Es  

00:28:24: kann Informationen zusammenführen, es kann  Mitarbeitende im Tagesgeschäft entlasten.

00:28:30: Und das sind alles Dinge, die wollen wir  natürlich für unsere Kunden und dazu müssen wir  

00:28:34: natürlich auch noch einiges erledigen. Andreas,  Standardprozesse kann man das pauschal sagen,  

00:28:39: werden die für den Einsatz von KI wichtiger  werden? Kann man das überhaupt so ansteigend  

00:28:46: festhalten? Das kann man auf jeden Fall,  gerade wenn wir über diese Layer sprechen,  

00:28:51: wir haben unten den digitalen Kern, dann haben  wir die, ich sage mal erweiterten Lösungen,  

00:28:54: halt Sales Cloud, Ariba für  Einkauf usw. und so fort.

00:28:58: Wir haben den Data Layer BDC und wir haben oben  dann halt die KI mit den Agenten obendrauf. Und  

00:29:04: wenn man sich das mal anschaut, so im  Querschnitt. Im Endeffekt kann das nur  

00:29:08: funktionieren, schnell KI einzuführen,  wenn die Prozesse durchgängig miteinander  

00:29:12: verzahnt sind und funktionieren. Natürlich  kann KI auch in Umgebungen funktionieren,  

00:29:19: die ich mir selbst aufgebaut habe. Nur ich habe  halt diesen Vorteil der Standardisierung und der,  

00:29:24: ich sage mal, des Einsatzes auf Knopfdruck,  den habe ich halt nicht in anderen Systemen.

00:29:32: Also in der Public Cloud habe ich das, weil  einfach diese Durchgängigkeit und diese  

00:29:37: Innovationen, die alle sechs Monate gelauncht  werden oder auch in den Feature-Packs unterjährig,  

00:29:43: die geben das natürlich dann her, weil Prozesse,  Daten optimal miteinander verzahnt sind.

00:29:53: Was würdet ihr, und das vielleicht als  Schlussfrage, welche Empfehlung würdet  

00:29:56: ihr vielleicht Unternehmen heute geben, die sich  mit der Zukunft ihres ERP Systems beschäftigen?  

00:30:01: Mit der Frage: Wird denn vielleicht Public  Cloud irgendwann zum Standard oder nicht?  

00:30:06: Oder was für eine Empfehlung hättet ihr für  die Unternehmen? Laura, du zuerst. Ich denke,  

00:30:14: ich würde eigentlich immer empfehlen,  nicht mit der Software zu beginnen,  

00:30:18: nicht mit der großen Software Frage,  sondern vielmehr mit den Geschäftsprozessen.

00:30:24: Wer versteht, was das Unternehmen  wirklich einzigartig macht und wo die  

00:30:29: Standardisierung sinnvoll ist, der trifft  am Ende auch die richtige Entscheidung zu  

00:30:34: der Software. Also ich würde sagen, das ist  sozusagen eigentlich nicht die erste Frage,  

00:30:39: die man sich stellen sollte:  Gehe ich auf eine Public,  

00:30:41: gehe ich auf eine Private? Sondern wirklich  was macht mich aus und was brauche ich dazu?

00:30:45: Andreas, was würdest du ergänzen?  Also ich kann das nur das streichen,  

00:30:49: was Laura gesagt hat. Also nicht direkt  mit der Produktentscheidung anfangen,  

00:30:53: was nehme ich? Sondern tatsächlich, also  kritisch hinterfragen, was sind meine alten  

00:30:57: Sonderlösungen und was sind vor allen Dingen,  was sind meine kritischen, wichtigen Prozesse?  

00:31:01: Damit anzufangen und zu schauen, inwieweit  kann ich diese in der Public Cloud nutzen?

00:31:06: Das heißt auf Basis von Scope-Items und mitunter  auch durch Customizing und Erweiterungen. Und  

00:31:14: auch wirklich fairerweise natürlich dann  auch die Public und die Private Cloud,  

00:31:18: Deployment-Modelle kritisch  miteinander zu vergleichen,  

00:31:21: um zu schauen, welchen Weg gehen wir jetzt da  zusammen? Also wie gesagt, zuerst die Prozesse,  

00:31:28: dann die Software. Genau wie die Laura  auch gesagt hat. Genau das nehmen wir mit.

00:31:32: Genauso wie eben natürlich die Möglichkeit,  auch noch mal all das in einem kleineren  

00:31:38: Rahmen zu besprechen. Ich freue mich erstmal,  dass wir uns herangewagt haben an diese große  

00:31:42: Thematik und ein Dank an euch, an Dich,  Andreas Meyer, Laura Jakoby. Danke für  

00:31:47: das Gespräch. Vielen Dank auch. Danke auch.  Das war re:invented, der Business Podcast  

00:31:55: von Scheer IDS. Mehr Impulse, Best Practices  und Hintergründe finden Sie auf scheer-ids.de

00:32:03: Wenn Sie wollen, hören wir uns in der nächsten  Folge wieder. Bis dahin machen Sie's gut.

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