10 #SuccessStory: Enterprise Architecture Management bei Airbus – Strategien und Learnings vom Konzept bis zur Umsetzung

Shownotes

In dieser Folge sprechen wir über die Bedeutung von Enterprise Architecture Management (EAM) in der digitalen Transformation. Gemeinsam mit Moritz Sprenger (Airbus) und Sebastian Rösch (Scheer IDS) diskutieren wir, wie komplexe IT‑ und Prozesslandschaften strukturiert und als digitaler Zwilling nutzbar gemacht werden können.

Anhand konkreter Airbus‑Erfahrungen geht es um zentrale Learnings aus der Praxis, typische Herausforderungen beim Aufbau von EAM und den Mehrwert für Transparenz, Entscheidungsfindung und Zusammenarbeit. Außerdem werfen wir einen Blick auf die Rolle von EAM im Zusammenspiel mit Daten‑ und KI‑Strategien.

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0: Willkommen zu re:invented, dem Business Podcast von Scheer IDS.

0: Wir sprechen über Cloud, Prozesse und digitale Transformation.

0: Praxisnah, verständlich und immer mit Blick auf das, was

0: Ihrem Unternehmen echten Mehrwert bietet.

0: Und damit sage ich hallo und freue mich, noch mal zu einer weiteren Folge begrüßen zu dürfen.

0: Viele Unternehmen investieren ja gerade massiv

0: in die aktuelle Transformation in Cloud, Datenstrategien und neue Technologien.

0: Und trotzdem klappt das nicht immer direkt so optimal.

0: Das liegt oft auch daran, dass vielleicht der Überblick fehlt bei der Größe.

0: Denn gerade in großen Organisationen ist die IT-Landschaft oft über Jahre gewachsen,

0: komplex, unübersichtlich und vielleicht gar nicht so einfach steuerbar.

0: Viele Unternehmen haben genau hier ein Problem,

0: nämlich diese strategische Ausrichtung der IT Fäden.

0: Genau hier setzen wir heute an. Ein Thema an das ja

0: sehr wichtig sein kann das Enterprise Architecture Management.

0: Kurz: EAM. Darüber wollen wir sprechen.

0: Was sind da die Chancen und Herausforderungen?

0: Wie bringt man Struktur in gewachsene IT-Landschaften?

0: Und was bedeutet das konkret im Unternehmensalltag?

0: Darüber sprechen wir heute im Scheer IDS Podcast re:invented.

0: Ich bin Susan Zare, freue mich auf zwei tolle Gäste:

0: Moritz Sprenger, Enterprise Architecture Methods and Tools,

0: also Projektmanager in der Digitaltransformation bei Airbus.

0: Hallo! Ja, hallo, Susan.

0: Danke für die Einladung. Danke, dass ich hier sein darf.

0: Und auch mit dabei ist

0: Sebastian Rösch Unit Lead BPM und Organisationsentwicklung

0: bei der Scheer IDS.

0: Hallo Sebastian, schön, dass wir miteinander sprechen.

0: Hallo Susan, ich freue mich auch.

0: Jetzt könnten wir erstmal natürlich an vielen Stellen ansetzen.

0: Vor allen Dingen freue ich mich, dass ich mit Moritz von Airbus

0: als Beispiel Unternehmen darüber sprechen kann.

0: Wie ist denn der Prozess bei Ihnen bisher gelaufen, also EAM Prozess gelaufen,

0: um noch mal die Abkürzung auch zu nennen, die wir im Laufe des Podcasts nutzen?

0: Und was lässt sich daraus vielleicht auch lernen?

0: Sebastian kann uns dann

0: mal fachspezifischen Input geben und damit würde ich auch gerne starten.

0: Sebastian Lass uns vielleicht noch mal kurz einordnen:

0: Enterprise Architecture Management klingt erstmal kompliziert. Kurz EAM.

0: Was macht EAM eigentlich genau?

0: Ja im

0: Grunde geht es darum,

0: ein unternehmensweites Modell aufzubauen aus den verschiedenen Ebenen.

0: Du hattest ja das Thema IT Landschaft benannt.

0: Architektur Management ist aber deutlich mehr als die IT-Landschaft.

0: Wir sprechen über Prozesse,

0: wir reden über Prozessmodelle, wir reden über Datenmodelle,

0: aber auch über fachliche IT-Architekturen

0: und dann auch natürlich die technischen IT-Architekturen.

0: Es geht darum, dieses Framework aufzubauen,

0: eine Governance darüber zu legen und am Ende natürlich einen Nutzen rauszuziehen.

0: Über

0: Ich nenne es mal einen digitalen Zwilling der Organisation,

0: den zu erstellen und daraus die Nutzen zu ziehen,

0: dass man eben die komplette Transparenz über das Unternehmen hat.

0: Also eben nicht nur jetzt in der IT Landschaft, sondern

0: es kann eben ein digitaler Zwilling sein, der in ganz vielen Bereichen helfen kann?

0: Genau.

0: Also in den Organisationen, in den Abläufen, in den Datenmodellen.

0: Also im Grunde, dass man sein ganzes Unternehmen durchleuchtet hat,

0: transparent dargestellt hat.

0: Vielleicht noch eine Definitionsklärung zu Beginn.

0: Sebastian wir haben jetzt gerade EAM, aber es gibt ja auch BPM,

0: also Business Process Management.

0: Wie kann man das differenzieren?

0: Im Grunde ist

0: das aus meiner Sicht eine Teildisziplin davon.

0: Es geht darum,

0: die Geschäftsprozesse, also die Abläufe und auch die ganze Orchestration.

0: Wie laufen die Aufgaben im Zusammenspiel mit den Applikationen,

0: mit den Daten, aber auch mit den Rollen innerhalb der Organisation zusammen?

0: Und das ist ein Teil Gebiet des gesamten EAMs und EAM fasst das Ganze, EAM fasst

0: das Thema dann noch deutlich weiter.

0: Ein digitaler Zwilling.

0: Wenn ich mir das bei Airbus vorstelle,

0: dann hört sich das für mich auch erstmal unvorstellbar groß an.

0: Moritz Ihr seid ja mittendrin in diesem Prozess.

0: An welchem Punkt seid ihr genau?

0: Ja, wir sind an dem Punkt, dass wir unsere ganze Prozess

0: Landschaft mittlerweile digital kartographiert haben.

0: Wie Sebastian so schön sagte. Diese Landkarte der Prozesse

0: haben wir aufgenommen und nun wollen wir eigentlich uns

0: in die nächsten Sphären wagen, nämlich

0: die Landkarte, mit der Daten, Architektur und mit der IT Architektur auch noch ergänzen.

0: Und wir haben zum Beispiel bei uns festgestellt, dass das

0: vor einigen Jahren noch

0: sehr losgelöste Disziplinen voneinander waren,

0: dass die IT Architekten ihr Ding gemacht

0: haben, ihre Architekturen aufgebaut haben.

0: Und die Prozessmanager haben ihre Prozesse kartographiert,

0: allerdings nicht im Zusammenspiel.

0: Und das ist genau die Herausforderung, vor der wir gerade stehen

0: dass wir das alles innerhalb eines innerhalb einer Governance

0: Struktur und einer Landkarte verbinden.

0: Ich stelle mir das rein optisch auch schwer vor, das vorzustellen.

0: Sebastian

0: Also gibt es da vielleicht ein Vergleich,

0: um das ein bisschen besser greifbar zu machen?

0: Ja, ich vergleiche das Ganze gern mit Landkarten.

0: Damals war es noch ein Atlas.

0: Ja, jetzt ist es Google Maps, Google Streetview

0: und da gibt es auch verschiedene Layer.

0: Du kannst dir einmal die Straßen, Landkarten anschauen,

0: Du kannst dir aber auch das Gelände anschauen, andere Dinge anschauen.

0: Und im Grunde ist genau das, was wir in dem Bereich BPM

0: und auch dem Bereich EAM machen,

0: dass wir eben auf bestimmte Art und Weisen auf die Unternehmung schauen.

0: Guckt man eher von der Organisation, dann kommt man vielleicht eher

0: auf Organigramme.

0: Guckt man auf die Abläufe, dann guckt man auf

0: Prozesse bei Daten, auf die Daten, Modelle und bei EAM

0: und genau das ist das, was Moritz sagt.

0: Da nehmen wir Bezug darauf, auch, wie alle Dinge miteinander verknüpft sind.

0: Und so kann man sich das eigentlich gut vorstellen.

0: Man kann sich im Grunde diese modellhafte Darstellung

0: immer gut mit Analogien aus den aus einer Landkarte

0: aus dem Globus oder auch Karten ganz gut herleiten.

0: Das ist ein Bild, das man sich gut vorstellen kann,

0: so ein Google Street View, bei dem man auch Dinge

0: vielleicht an und ausschalten kann.

0: Moritz Bei Airbus wie kann man sich das bei euch konkret vorstellen?

0: Also wie läuft das in der Praxis ab und was wird da vielleicht

0: auch sichtbar, was davor nicht sichtbar war?

0: Ja, also schöne Frage.

0: Erstmal haben wir ja unterschiedliche Zielgruppen.

0: Auch ne?

0: Denn eine eine Person aus dem Fachbereich

0: zum Beispiel aus dem, aus dem Legal Bereich

0: die wird eher auf den Prozess schauen und weniger auf die

0: IT Architektur dahinter. Aber jemanden, der in der IT arbeitet

0: und für bestimmte Schnittstellen oder die IT Sicherheit zuständig ist,

0: der wird vielleicht auch schauen.

0: Okay, wie möchte ich das Ganze architektonisch

0: aufbauen, dass ich meine Anforderungen erfülle und

0: die Herausforderung, aber auch die Chance ist es,

0: ein einheitliches System aufzubauen, wo jeder mit seinem Kontext reingehen

0: kann, in die Landkarte und für sich das Sinnvolle rauszieht.

0: Und das Schöne ist, dass wenn es harmonisiert ist,

0: in einer einzigen, in einem einzigen, ich sag mal IT System

0: und die Information ganzheitlich betrachtet wird,

0: dann hat man die Fähigkeit, das ein und auszuschalten.

0: Aber dann werden auch die Verbindungen untereinander sichtbar.

0: Dann weiß auf einmal derjenige, der seinen seinen Legal Prozess anschaut,

0: dass bestimmte Systeme für die für die nahtlose, ich sage mal für die Prozess-

0: Umsetzung notwendig sind und versteht

0: vielleicht auch, warum manche Sachen nicht so schnell umsetzbar sind.

0: Versteht vielleicht auch, warum manche Sachen teurer werden,

0: wenn sie verändert werden müssen oder wo man vielleicht

0: Prozessoptimierung machen kann, weil man IT Systeme zusammenlegen kann.

0: Und das Spannende wird, wenn sich die

0: die Personen aus unterschiedlichen Kontexten zusammen hinsetzen

0: und gemeinsam auf eine Karte schauen und dann die Verbindung

0: untereinander feststellen.

0: Und uns war es wichtig, auf unserer Reise jetzt dorthin, dass wir

0: wir nennen das Communities aufbauen.

0: Diese einzelnen Fachbereiche, die sich aber gegenseitig kennenlernen

0: und das über die Modelle, die wir erstellen,

0: sodass tatsächlich an einem Tisch ein Prozess Manager, ein Anwender,

0: ein Daten Officer, so nennen wir die bei uns, und ein IT Architekt gemeinsam

0: in einem Meeting sitzen und einen Prozess besprechen oder eine Landkarte.

0: Und das ist für mich eines

0: der der der sehr wichtigen Elemente, dass es

0: über die Kommunikation und Kollaboration geht, der einzelnen Fachbereiche.

0: Und wenn man das geschafft hat, dann ist man richtig gut dabei.

0: Klingt nach einem

0: Ja, nach einer Chance auch noch mal, gerade was Kommunikation betrifft.

0: Noch mal ja eine viel größere Möglichkeit zu haben, sich zu verständigen.

0: Sebastian Würdest du sagen, dass das der größte Mehrwert ist

0: von EAM für ein Unternehmen oder was würdest du noch ergänzen?

0: Also das ist schon ein großer Mehrwert.

0: Ob das jetzt der größte Mehrwert ist, weiß ich nicht.

0: Ja, müsste man,

0: Habe ich noch nicht tatsächlich berechnet, wenn man das so sagen möchte.

0: Aber die Leute zusammenzubringen,

0: am Modell zu zu diskutieren, auch grafisch

0: zu diskutieren, dann stellt man sicher, dass die Leute über das Gleiche sprechen.

0: Ich habe in unzähligen Meetings gesessen, wo die Leute einfach dachten,

0: sie sprechen über das Gleiche, und sie sprechen

0: tatsächlich über unterschiedliche Dinge und das macht macht es wirklich.

0: Das gibt wirklich einen Mehrwert, wenn man das tut.

0: Aber ich habe deswegen so ein bisschen gezögert,

0: weil ich natürlich, wenn ich die Ergebnisse erst mal habe

0: und meine Architektur aufgebaut habe, da habe ich natürlich

0: unzählige Möglichkeiten, damit dann auch zu arbeiten.

0: Aus dem EAM Bereich, da geben sich Möglichkeiten,

0: wenn ich eine digitale Transformation vorbereite, einfach

0: durch das Erstellen von Reports, von Ergebnissen, welcher

0: welche Applikation in welchem Staat, in welcher Phase wird wo benutzt,

0: wo wird es aufgefasst, wo werden vielleicht neue Dinge reingebracht?

0: Also diese Informationen, die sind ja von von unglaublich großem

0: Wert, wenn man in eine Transformation zum Beispiel geht ja.

0: Sind erst mal so Chancen auf der einen Seite,

0: Moritz Ich nutze das jetzt,

0: frag dich auch mal, was würdest du

0: konstatieren, waren jetzt so bisher eure Herausforderungen auch?

0: Also ich würde die, in dieser Transformation,

0: genau ich würde die ich würde die Herausforderung

0: in drei große Blöcke unterteilen

0: das eine ist natürlich die Datenqualität.

0: Wir probieren hier eine Landkarte zu erstellen und

0: wir wissen selber, wenn wir von A nach B fahren wollen mit dem Auto und da ist eine

0: eine Straße eingezeichnet, die es aber noch gar nicht gibt, oder

0: da ist eigentlich eine Straße, aber mein Navi System hat das noch nicht drin.

0: Dann kann ich diese Straße nicht nutzen.

0: Und genauso ist es auch mit mit der mit dem digitalen Zwilling,

0: den wir aufbauen.

0: Das, was in vielen Köpfen schlummert, oder ich nenne das auch teilweise

0: in unstrukturierten Informationen,

0: also wie in Powerpoint Präsentationen oder in Word Dokumenten.

0: Das muss ja erst mal übersetzt werden

0: in diese modellbasierte Sprache, dass man die Sachen verbinden kann.

0: Und das ist ein ganz, ganz langer Weg.

0: Und dazu auch die Belegschaft zu bringen, zu verstehen, dass das ein Mehrwert hat,

0: das in ein bestimmtes Format zu bringen und zu modellieren.

0: Das ist die große Herausforderung, denn das ist, das ist Information,

0: die erstmal nicht leicht zugänglich sind.

0: Und bei uns hat das tatsächlich über 3 bis 4 Jahre gedauert,

0: bis wir unsere gesamte Prozess Landkarte

0: in in diese modellbasierte Sprache gebracht haben.

0: Und wir haben noch nicht unsere tausenden von Dokumenten,

0: Ausführungsanweisungen etc. da inkludiert.

0: Das sind erstmal nur grobe Prozessabläufe.

0: Und wenn ich mir den großen Berg an

0: IT Architektur Informationen anschaue

0: und vielleicht ist Airbus sehr spezieller Fall,

0: aber wir setzen unser Geschäft

0: um mit teilweise über 2000 verschiedenen IT Systemen und Applikationen,

0: die jede ihre eigene Architektur mit sich bringen und Schnittstellen,

0: dann ist das ein riesen Berg an Datenmengen,

0: die man modellbasiert erstmal aufnehmen muss.

0: Wenn sie heute das noch nicht ist und da braucht man sehr viel Geduld,

0: da braucht man auch eine gewisse Beharrlichkeit und einen langen Atem

0: auf jeden Fall der. Jetzt hast du Moritz, du hast

0: drei, du hast von drei, drei Herausforderungen gesprochen.

0: Ich würde mal an der Stelle

0: bei dieser ersten

0: der Datenqualität reingehen und den Ball erstmal zu Sebastian rüber werfen,

0: weil schließlich

0: ist es ja auch so, dass ja die Scheer IDS eben da mit euch im Austausch ist.

0: Vielleicht nehmen wir das gerade mal so mit,

0: dass wir das einfach noch mal vielleicht greifbar machen können.

0: Datenqualität als Stichwort.

0: Eine Herausforderung, Sebastian.

0: Ja, das ist in der Tat so,

0: und da will ich gerne voranstellen, dass das ganze Thema

0: kein Selbstzweck sein darf.

0: Das haben wir, das haben wir oft gesehen, dass Unternehmen

0: das einmal machen, weil es irgendwie hip oder en vogue ist,

0: die Prozesse zu modellieren, die Architekturen zu modellieren.

0: Und wichtig ist, was Nutzen bringt.

0: Das bedeutet aber auch viel Arbeit.

0: Ich bemühe noch mal meine Google Street View von vorhin.

0: Um das zu bekommen, mussten erstmal wahrscheinlich

0: tausende von Fahrzeugen mit Kameras auf dem Dach

0: durch, die durch die Städte fahren, um das zu kartografieren.

0: Und so ist es im Grunde auch

0: bei bei Airbus und bei anderen Unternehmen.

0: Und da haben wir

0: mittlerweile gute Möglichkeiten, auch von der Scheer IDS zu unterstützen.

0: Mittlerweile nutzen wir KI.

0: Es gibt sogenannte Text to Model

0: Möglichkeiten, dass man also

0: unstrukturierte Daten schon modellhaft in ein austauschbares Format bringt,

0: aber auch Referenzmodelle, die zur Verfügung stehen. Die

0: Scheer IDS hat in in ihrer Datenbank dort Referenzmodelle

0: zur Verfügung, die man nutzen kann, dass man also nicht von null auf startet.

0: Und damit kann man diesem ganzen Thema EAM auch den entsprechenden Kickstart geben,

0: dass man eben nicht auf einem weißen Blatt Papier starten muss.

0: Also quasi eine Möglichkeiten, diese Datenbefüllung,

0: diese Datenbasis da an der Stelle zu vereinfachen.

0: Moritz zwei weitere Herausforderung hast du auch angedeutet.

0: Ich habe jetzt einfach direkt mal da das von beiden Seiten versucht zu beleuchten.

0: Mach gerne mal weiter.

0: Was wäre denn ein weiterer Punkt?

0: Ja, ein nächstes ist natürlich der nicht immer

0: direkte Mehrwert, der erkennbar ist, so ein EAM aufzubauen.

0: Was du schon gesagt hattest Sebastian.

0: Das bedeutet, dass die Priorität jetzt in vielen Fachbereichen

0: und auch vom Topmanagement nicht darin liegt,

0: operative Herausforderungen hinten anzustellen und und sagt

0: Ich investiere jetzt alles einmal zwei, drei Jahre in EAM und probiere

0: dann mit einem sauberen Start neu zu starten.

0: Ganz im Gegenteil.

0: Und aus

0: aus meiner Erfahrung heraus läuft das bei vielen Fachbereichen

0: und und Kolleginnen und Kollegen,

0: die man für diese Arbeit braucht, im Tagesgeschäft nebenher mit.

0: Und das muss einem einfach bewusst sein, dass das operative Prioritäten

0: meistens immer den Vorrang bekommen und demnach auch diese Langfristigkeit

0: in der Planung. Eine gute,

0: eine gute Datenbibliothek aufzubauen mit all seinen

0: IT Systemen, mit all seinen Datenprodukten, mit all seinen Prozessen.

0: Das ist eine eine sehr sinnvolle Aufgabe, auch langfristig gesehen.

0: Aber man muss sich einfach klar werden, dass der der direkte Mehrwert

0: erstmal nicht da ist, sondern es ist eine Investition in die Zukunft.

0: Und der dritte Punkt ist

0: ist mehr ein softer Punkt, würde ich sagen.

0: Und das ist auch der Willen der Belegschaft,

0: die Transparenz ins System zu bringen.

0: Wie arbeiten wir denn eigentlich heute?

0: Welche Applikationen haben wir denn im Einsatz?

0: Ich weiß nicht, Sebastian,

0: ob du das vielleicht auch von anderen Kunden wahrnimmst.

0: Aber allein die Tatsache, durch die Fachbereiche zu gehen

0: und zu fragen Welche Applikationen habt ihr gerade

0: im Einsatz? Ob extern eingekauft oder sogar selbst entwickelt?

0: Und ich bin mir sicher, vieles ist mit VBA und bestimmte

0: Excel Makros oder so, die teilweise ganze Bereiche steuern aufgebaut worden.

0: Und ähm, das zu kartographieren und reinzugehen und in ein System zu kippen.

0: Das ist ein Vertrauensvorschuss,

0: dem einen die Belegschaft und das Topmanagement gibt

0: und die kann an vielen Stellen nicht da sein, weil diese Transparenz,

0: die ermöglicht es dann vielleicht nicht mehr so schnell ad hoc

0: Prozesse zu umgehen, leichtere Wege zu nehmen, Abkürzungen zu gehen.

0: Und das ist auch eine Kultur, die wir damit beeinflussen und verändern wollen.

0: Hinsichtlich mehr Transparenz in einer gewissen Fehlerkultur auch.

0: Und sich eingestehen

0: Lasst uns einfach aufzeigen, wie wir heute arbeiten

0: und wie wir es besser machen können.

0: Und demnach ist EAM-Einführung, auch Kulturwandel.

0: Meiner Erfahrung nach.

0: Bin gespannt, wie du das siehst, Sebastian.

0: Also,

0: als du das gerade gesagt hast, da musste ich an an ein Kundenprojekt

0: denken, wo wir, glaube ich, acht miteinander verbundene Excel

0: Tabellen hatten, die dann über SVERWEISE verbunden waren

0: und wo es eine ganz klare Arbeitsanweisung

0: gab, wie die zu öffnen und zu aktualisieren sind.

0: Und so furchtbar diese Excel Tabellen waren, die haben funktioniert.

0: Und das, was du sagst, stimmt.

0: Der Fachbereich hat dann Angst, dass man dieses funktionierende System wegnimmt,

0: weil man natürlich feststellt, dass das überhaupt nicht in die IT

0: Architektur passt, dass das ein riesen Risiko ist,

0: wenn derjenige, der das VBA programmiert hat

0: oder der, der diese Excel-Logik aufgebaut hat, dann, ich sage jetzt mal

0: im positiven Fall in der Lotterie gewinnt, das Unternehmen verlässt.

0: Das sind alles Dinge, die der Fachbereich gar nicht so auf dem Schirm hat.

0: Der weiß nur, das funktioniert.

0: Und das will er vielleicht nicht so leicht hergeben.

0: Und deswegen ist das ein Punkt,

0: der im Bereich des Veränderungsmanagements angesprochen werden muss, aber auch

0: bedacht werden muss, dass man Dinge gegebenenfalls wegnimmt

0: und die Angst geht.

0: Und die muss man aber nehmen, weil man

0: man versucht ja das Beste für das Unternehmen

0: und auch für den einzelnen Bereich dann zu erarbeiten als Lösung.

0: Aber ich stelle mir das schon schon interessant

0: vor, in so einem großen Unternehmen jetzt wie Airbus eben so ein Thema

0: überhaupt so umzusetzen anzusetzen.

0: Das stelle ich mir auf jeden Fall als eine großer Herausforderung vor.

0: Wenn wir jetzt wirklich

0: bei diesem Stichwort Change Management sind

0: was sind vielleicht jetzt aus euren Erfahrungen also erstmal Moritz aus der

0: vielleicht auch noch mal von Airbus.

0: Was waren so Punkte, die die da jetzt gerade helfen, die wichtig sind?

0: Sebastian hat ja schon einen angedeutet.

0: Was würdest du sagen?

0: Ja, ich würde, eine wichtige Voraussetzung

0: meines Erachtens ist das Vertrauen des Topmanagements.

0: Ich habe zwar vorhin gesagt, dass die Priorität nicht immer

0: darauf liegt, ein EAM aufzusetzen, aber das Vertrauen muss da sein.

0: Und das Vertrauen, auch langfristig Leute auf dieses Projekt zu setzen

0: oder auf diese Initiative, die sich damit auseinandersetzen.

0: Und die auch die Fähigkeit haben, Leute mit einzubeziehen und vor allem auch

0: über Bilder und ich sage mal User Stories, Use Cases zu arbeiten.

0: In vielen Meetings, wenn wir probieren,

0: unsere Vision, unsere Ambitionen zu verkaufen,

0: dann sprechen wir mit ganz einfachen Bildern.

0: Hey liebe Führungskraft, mal sehen, welche Projekte dein Team beeinflusst.

0: Oder du hast eine Mitarbeiter Anzahl von 15 Leuten.

0: Es wäre doch interessant zu sehen,

0: welche Rollen diese Mitarbeiter in Prozessen ausführen

0: und welche Kompetenz Anforderungen der Prozess an deine Mitarbeiter stellt,

0: damit du sicherstellen kannst, dass deine Mitarbeiter gut befähigt werden.

0: Oder bevor ein neuer Mitarbeiter ins Team kommt.

0: Wäre doch klasse, wenn alle

0: IT Zugänge schon da sind, weil ich weiß, er wird diese Rollen ausführen.

0: Und das sind User Stories oder Use Cases,

0: mit dem man das Top Management und auch das

0: das Mittel Management dazu bringen kann, in diese vernetzte Denke

0: zu kommen und die Stärken eines EAM-Systems herauszufinden.

0: Und ich habe noch nicht über IT, Sicherheit und Security

0: gesprochen, Richtung Ausfallmanagement,

0: aber da wird Sebastian sicherlich gleich noch aus seiner Erfahrung

0: paar Sätze zu sagen können. Was ist, wenn ein System ausfällt?

0: Welche Prozesse sind betroffen und kann ich dann

0: überhaupt noch meine Teile ausliefern?

0: Das sind auch spannende Fragen, die EAM beantworten kann.

0: Dann fragen wir doch mal

0: Sebastian, Was passiert denn dann, wenn ein System ausfällt?

0: Ja, ich würde es sogar noch ein Stück weiter.

0: Also das Beispiel der Systemausfall ist das eine.

0: Ich würde aber auch mal

0: einen klassischen Anwendungsfall Wartungsarbeiten.

0: Ich möchte eine Wartung vornehmen an einer

0: keine Ahnung Firewall oder an irgendwas technischem.

0: Wen muss ich denn jetzt informieren und kann ich das machen?

0: Also laufen aktuell. Ich nehme jetzt mal Moritz.

0: Bei euch gibt es wahrscheinlich

0: auch Sonderschichten, die mal Samstag, Sonntag arbeiten.

0: Kann ich denn jetzt Samstag, Sonntag,

0: was so typisches Wartungsfenster ist, kann ich jetzt hier einfach ein Upgrade

0: auf mein System machen oder auf irgendeine auf eine Technologie machen?

0: Oder stoppe ich da irgendwelche Prozesse?

0: Wen muss ich denn ansprechen auf der Business Seite, Nicht nur auf der

0: IT Seite, wenn ich dieses Wartungsintervall vorhabe.

0: Und das sind so die, die Nutzen Argumentationen und die Use

0: Cases, die die Moritz angedeutet hat, das steht so in dem im

0: Widerspruch zu dem, wie man es früher gemacht hat.

0: Da fand man das modellhafte Darstellen einfach schon schön.

0: Aber das ist so ein bisschen Modellieren zum Selbstzweck.

0: Also das ist genau

0: das Wichtige im Change Management: über den Nutzen kommen, darstellen

0: welche, welche Benefits bringt mir das persönlich oder wenn ich ein Manager bin

0: für meine Mitarbeiter?

0: Was bringt das denen wenn wir diesen Weg zusammen gehen?

0: Jetzt haben wir viel darüber gesprochen eben was es konkret bringen kann

0: und haben auch noch mal dieses dieses Google Streetview,

0: dieses Bild finde ich wirklich, wirklich sehr eindrücklich, um sich vorzustellen,

0: wie eben etwas, was früher vielleicht so ein Silodenken war, plötzlich

0: irgendwie so ausgeweitet wird.

0: Das ist ja,

0: dass man aus der Vogelperspektive auch auf Dinge blicken kann.

0: So Richtung Ende würde ich gerne tatsächlich noch mal vielleicht

0: auch zunächst dich fragen, Moritz, Wenn du es zusammenfassen müsstest.

0: Vielleicht auch aus der Perspektive vielleicht für andere Unternehmen,

0: die darüber nachdenken.

0: Wo merkt man im Alltag am deutlichsten eben,

0: dass EAM da jetzt einen Unterschied macht oder eben vielleicht auch noch nicht.

0: Das wäre jetzt meine Frage an dich für Airbus.

0: Ja, gerne kann ich darauf eingehen, Susan. Wir sind ja

0: mit unserer Transformationsreise

0: bei den Prozessen gestartet und haben von vornherein gesagt,

0: dass wir Prozesse gestalten wollen, die von unseren Mitarbeitenden

0: verstanden

0: werden, die lesbar sind, die den Sprachgebrauch

0: Sprachgebrauch an der Kaffeemaschine in den Fabrikhallen,

0: dass dieser Sprachgebrauch angenommen wird in der Beschreibung unserer Prozesse

0: und dass wir das mitarbeiterorientiert machen. Das heißt von vornherein

0: jeder hat Zugang, jeder kann auch mitgestalten.

0: Jeder kann auch bei uns einen Prozess, eine Aktivität

0: oder ein IT System kommentieren, Feedback geben.

0: Und wir haben eine Governance aufgesetzt, dass dieses Feedback auch angenommen wird

0: und wahrgenommen wird und darauf reagiert wird

0: von den verantwortlichen Personen.

0: Das heißt, unser Ansatz war sehr mitarbeiterorientiert und

0: das hat auf unserer Reise sehr, sehr gut geklappt.

0: Und aus dieser Mitarbeiterzentrierung haben sich Communities gebildet,

0: entweder fachbereichspezifisch oder sehr modellierungsspezifisch.

0: Zum Beispiel treffe ich mich jede Woche eine Stunde lang mit allen Modellierenden

0: an, die teilweise 40 50 Personen,

0: wo wir über Practices sprechen, wo wir uns austauschen, was gut geklappt

0: hat, was nicht gut geklappt hat

0: und wo wir vielleicht an an Qualitätskontrollen

0: in unserem System noch mal nachschärfen müssen, damit die Karte auch

0: von allen gut lesbar gemacht wird.

0: Und wenn sich diese Communitys über Jahre halten, dann ist das ein sehr,

0: sehr gutes Anzeichen dafür, dass so eine Transformationsreise

0: und auch das Change Management gelingen kann.

0: Vielen Dank für diese Einblicke.

0: Ich war so weiter.

0: Kommunikation, was ja da eben eine große Rolle spielt.

0: Vernetzung und dann dieses diese Karte, die dadurch einfach immer besser wird.

0: Ich würde Sebastian noch gern dich noch mal zum Schluss fragen aus deiner Perspektive

0: Was würdest du auch vielleicht ganz grundsätzlich sagen?

0: Was denkst du, welche Rolle wird EAM auch künftig spielen?

0: Vielleicht auch im Zusammenspiel mit KI, mit Datenstrategien?

0: Was würdest du, wie würdest du EAM für die Zukunft verorten?

0: Also aus meiner Sicht ist das unverzichtbar,

0: ein unverzichtbarer Bestandteil in der Zukunft, gerade was KI angeht.

0: Moritz hat vorhin

0: das Thema VBA und ich weiß gar nicht, ob alle wissen, dass es Visual Basic for Access

0: oder für die auch in Excel verwendbar

0: und aus meiner Sicht ist KI

0: ein Kandidat und die einzelnen,

0: ich sage jetzt mal GPTs und Agenten sind gute Kandidaten,

0: um um die VBAs der Zukunft zu sein, also Insellösungen, die entstehen.

0: Viele machen sich sehr gute Gedanken.

0: Wo kann KI helfen? Und wir bauen jetzt.

0: Im Grunde sehen wir das, dass diese Inseln wieder aufgebaut werden.

0: Fachbereiche überlegen sich da könnte ich ein KI

0: Unterstützer, da könnte ich

0: KI Unterstützung benötigen, da könnte ich eine benötigen.

0: Mit einem Enterprise Architecture Management habe ich es im Griff

0: und kann es auch strategisch steuern.

0: Und ich glaube, es wird ein unverzichtbarer,

0: eine unverzichtbare Disziplin in einem Unternehmen sein,

0: Enterprise Architecture Management zu machen.

0: Ansonsten verliert man sich dort in der KI Welt und hat ein

0: ein unstrukturiertes Gebilde in seiner Unternehmung.

0: Was das Thema KI angeht. Das sind auf jeden Fall klare Worte

0: jetzt so gerne Moritz, wenn ich darauf Bezug nehmen darf, Sebastian.

0: Wir haben heute die Erstellung von unserer Landkarte,

0: von unseren Modellen fast 100 % manuell, das heißt, da sitzen wirklich Mitarbeitende

0: und modellieren die Inhalte rein.

0: Und wenn wir das ausweiten

0: wir müssen ja diese Landkarte auch

0: maintainen, wenn ein Baum gefällt wird, wenn eine Straße dazukommt, heute auch

0: noch alles händisch. Und langfristig, sehe ich da Riesenpotenzial.

0: Dass wir sowas durch verschiedene Input Parameter,

0: sei es durch formularbasierte Modellierung oder die Vernetzung

0: von unterschiedlichen Quellsystemen, wo die Modelle sich automatisch erstellen,

0: dass wir das KI basiert, unterstützen können.

0: Und das ist ja nur die Kartographie der IST-Architektur.

0: Wenn wir jetzt in die Zukunft denken und sagen, wie soll denn die Architektur

0: in fünf oder in sechs oder in sieben Jahren aussehen?

0: Dann kam mir die KI vielleicht irgendwann auch noch

0: aufzeigen, wo ich Optimierungspotenziale habe,

0: weil sie schlummernde Potenziale herausfindet

0: oder weil sie automatisch erkennt

0: Hier habe ich Fähigkeiten, die ich zurzeit mit drei Tools mache.

0: Das schaffst du aber mit einem marktfähigen Tool.

0: Da brauchst du nur eins und somit sparst du Kosten.

0: Das heißt, diese Fähigkeiten, diese riesigen Datenmengen zu analysieren

0: und Vorschläge zu geben, da sehe ich auch einen sehr, sehr großen Mehrwert drin.

0: Ja, auf jeden Fall

0: ganz klare

0: Zukunftsperspektiven, auch da noch mal und es zeigt vielleicht auch das noch mal

0: zum Schluss, dass eben EAM Enterprise Architecture Management

0: ja nicht nur jetzt vielleicht so ein Spartenthema dann in dem Moment sein kann,

0: sondern eben für ein Unternehmen Struktur und Zusammenarbeit bieten kann

0: und perspektivisch auch noch mehr für die Zukunft.

0: An der Stelle möchte ich mich bedanken bei Moritz Sprenger von Airbus

0: und bei Sebastian Rösch von der Scheer IDS für die Einblicke.

0: Vielen Dank für das Gespräch.

0: Danke schön Susan.

0: Danke Susan.

0: Das war re:invented der Business Podcast von Scheer IDS.

0: Mehr Impulse, Best Practices und Hintergründe finden Sie auf scheer-ids.de

0: Wenn Sie wollen hören wir uns in der nächsten Folge wieder.

0: Bis dahin. Machen Sie's gut.

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