01 #BestPractice: Von SAP BW zu SAP Business Data Cloud – Wege, Chancen und Stolpersteine

Shownotes

In dieser Folge tauchen wir mit Stephan Jacobs, Head of Business Analytics, tief in die SAP Business Data Cloud ein. Wir sprechen über individuelle Transformationswege, typische Stolpersteine und den klugen Einstieg in das Thema. Warum ein einfaches „BW lift & shift“ selten die Lösung ist, welche Rolle KI und Joule in Zukunft spielen – und worauf es wirklich ankommt, damit die Business Data Cloud mehr wird als nur ein neues Tool.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Willkommen zu re:invented, dem Business- Podcast von Scheer IDS.

00:00:05: Wir sprechen über Cloud, Prozesse und digitale Transformation.

00:00:09: Praxisnah, verständlich und immer mit Blick auf das,

00:00:13: was Ihrem Unternehmen echten Mehrwert bietet.

00:00:19: Hallo und herzlich willkommen zu unserer ersten Folge.

00:00:22: Mein Name ist Susan Zare,

00:00:23: ich bin Journalistin

00:00:24: und ich freue mich, dass ich im Rahmen dieser Reihe der Scheer IDS mit Menschen

00:00:28: mit viel Fachexpertise über ganz konkrete Herausforderungen und Lösungen rund

00:00:33: um Business Analytics, Planung und die SAP Business Data Cloud sprechen kann

00:00:37: und dabei richten sich die Gespräche genauso an Fachleute wie an Interessierte.

00:00:42: Kurz zur Scheer IDS, sie unterstützt Unternehmen dabei,

00:00:45: ihre Geschäftsprozesse mit innovativen Lösungen zu transformieren

00:00:49: mit Expertise, Branchen-Knowhow und starken

00:00:52: Partnerschaften – von der Strategie über die Umsetzung bis hin zum Betrieb.

00:00:57: In dieser Folge geht es um ein Thema, das viele Unternehmen aktuell beschäftigt:

00:01:01: die SAP Business Data Cloud,

00:01:04: eine zentrale Plattform von SAP, auf der Unternehmen ihre Daten aus

00:01:08: ganz unterschiedlichen Quellen

00:01:09: zusammenführen, verwalten und für Analysen oder Planung nutzen können.

00:01:13: Und genau die,

00:01:14: beziehungsweise das alte Modell der SAP Business Data Cloud,

00:01:18: die läuft 2027 aus.

00:01:20: Das heißt, viele Unternehmen müssen umsteigen und vom alten SAP

00:01:24: Business Warehouse hin zur neuen Business Data Cloud.

00:01:27: Und das ist nicht einfach ein Upgrade,

00:01:29: sondern wird eben ganz schön viel beinhalten.

00:01:31: Aber was bedeutet das konkret für Menschen im Controlling, in der Analyse

00:01:35: oder der Planung?

00:01:36: Wo fängt man an und worauf muss man achten?

00:01:38: Genau darüber sprechen wir heute mit jemandem mit absoluter Fachexpertise.

00:01:42: Ich darf nämlich Stephan Jacobs begrüßen, er ist Head of Business Analytics bei Scheer IDS,

00:01:47: er kennt die Business Data

00:01:48: Cloud genau und kann uns zeigen, was sie für Unternehmen konkret bedeutet.

00:01:52: Ich grüße dich, Stephan.

00:01:54: Ja, herzlichen Dank, Susan,

00:01:55: vielen Dank für die Einladung, ich freue mich auf das gemeinsame Gespräch

00:01:59: mit dir, um auch den Zuhörern das ganze Thema etwas näherzubringen.

00:02:04: Wir haben uns

00:02:04: im Vorhinein geeinigt, uns zu duzen und deswegen kann ich auch direkt starten,

00:02:07: Stephan, ich würde dich erstmal gerne nach deinem Werdegang fragen.

00:02:10: Wir haben es jetzt gerade gehört, die Schlagwörter,

00:02:12: aber was hat dich denn zu deinem aktuellen Fokus Business Analytics gebracht

00:02:16: und was sind eigentlich konkret deine Hauptaufgaben?

00:02:19: Ja, man kann sagen, so wie Obelix damals in den Zaubertrank

00:02:22: gefallen ist, bin ich in das Thema Data Warehousing gefallen.

00:02:26: Und zwar war das eigentlich das Thema, was ich nach meinem Studium

00:02:28: der Wirtschaftsinformatik direkt gemacht habe, damals noch mit dem SAP BW

00:02:33: und das hat mich über die Jahre hin

00:02:35: verfolgt letztendlich und ich habe sozusagen

00:02:37: die unterschiedlichen Entwicklungen mitgemacht – bis ich dann jetzt halt

00:02:40: bei der Scheer die Möglichkeit habe, jetzt mit dem neuen Umfeld der SAP Business

00:02:45: Data Cloud an der Stelle fortzufahren, was ich damals halt begonnen habe.

00:02:49: Also ich war schon seit Anfang an sozusagen dabei

00:02:52: und da gibt es auch die Möglichkeit,

00:02:53: das Ganze etwas auf modernere Füße zu stellen

00:02:57: und vielleicht ein paar Ratschläge geben zu können,

00:02:59: was sich denn ändert, was ins Bessere jetzt überführt werden kann

00:03:03: und was vielleicht auch Restriktionen sind.

00:03:06: Jetzt haben wir Leute mit Fachexpertise, die zuhören, aber sicherlich auch

00:03:09: Menschen, die noch nicht so viel von dem Thema gehört haben, wie ja auch meine Person,

00:03:12: deswegen würde ich dich gerne noch fragen,

00:03:14: was begeistert dich denn an dem, was du da machst?

00:03:17: Na ja, grundsätzlich hat man halt die Möglichkeit,

00:03:20: sehr nah an dem entscheidenden Thema der heutigen Zeit zu sitzen

00:03:24: und zwar der Entscheidungsfindung der Entscheidungstreffung.

00:03:28: Und das schafft man halt dadurch, dass man entsprechend eine Grundlage schafft

00:03:31: mit Reporting, mit Analysen, mit AI und quasi den Entscheidern im Unternehmen

00:03:37: die bessere Möglichkeiten zu geben, halt voran zu gehen und gestalten zu können.

00:03:43: Und diese Möglichkeit, eine Grundlage zu schaffen, um eben gestalten zu können,

00:03:47: um schneller zu werden, effizienter mit eben diesen modernen Mechanismen

00:03:51: Analytics, AI und so weiter, was uns alle ja privat auch umtreibt.

00:03:55: Das ist eigentlich das wirklich,

00:03:57: was mir Spaß macht und

00:04:00: was denke ich auch vielen Spaß macht, die sich mit dem Thema befassen.

00:04:04: Dann würde ich sagen, steigen wir direkt mal ein mit der SAP Business Data Cloud.

00:04:08: Warum sollten wir

00:04:09: eigentlich genau jetzt über sie sprechen und sie in den Fokus setzen?

00:04:13: Na ja, weil man einerseits dazu auf gut Deutsch gezwungen wird

00:04:18: und auf der anderen Seite es aber enorme Mehrwerte bietet.

00:04:22: Also vielleicht mal grundsätzlich, weshalb es sinnvoll ist, sich damit zu befassen.

00:04:27: Du hast es ja schon richtig angesprochen, das Thema SAP BW,

00:04:30: was ich quasi auch jetzt seit über 20 Jahren mache,

00:04:33: das läuft aus.

00:04:35: Also das Alte?

00:04:37: Das Alte, genau, also das BW on HANA

00:04:41: sagt man auch dazu oder BW on any Datenbank.

00:04:44: Da wird seitens der SAP

00:04:46: der Support nur noch bis 2027 gewährleistet.

00:04:50: Und man kann zwar, wenn man einige Münzen reinwirft, das Ganze

00:04:55: noch ein paar Jahre weiternutzen, aber ohne jegliche Innovation.

00:04:59: Es gibt auch eine Möglichkeit, dass man auf BW/4HANA

00:05:02: aufs Nachfolgeprodukt geht und das ganz on-premises nutzt

00:05:05: bis 2040.

00:05:06: Aber da verliert man sehr viele Mehrwerte und man ist

00:05:09: halt immer noch, na ja, in seiner eigenen Umgebung.

00:05:13: Und der große Vorteil, den die SAP mit der Business Data Cloud

00:05:16: liefert, ist, dass man halt

00:05:17: eben komplett mit seinem Data Warehouse, aber auch mit seinen generellen

00:05:21: Analysetools in die Cloud das Ganze überführt,

00:05:25: und da gibt es halt unterschiedliche Möglichkeiten, wie man das machen kann,

00:05:28: aber grundsätzlich kriegt man dort ein gewisses Fundament zur Verfügung gestellt,

00:05:33: um eben in die moderne Cloud-Welt einzutauchen, was Analysen angeht,

00:05:37: was Management, Dashboarding, Planung angeht, aber eben auch eine Grundlage zu schaffen

00:05:42: für verschiedene AI-Instrumente, wie beispielsweise -

00:05:46: das haben vielleicht auch

00:05:46: die einen oder anderen schon mal gehört - SAP Joule oder AI Agents,

00:05:50: die man auf Basis der Business Data Cloud vorteilhaft anwenden kann.

00:05:55: Also das Alte - BW hast du es genannt -

00:05:57: also Business Warehouse läuft aus, das ist eben das, was wir vor uns haben,

00:06:02: und man kann das durchaus noch weiter nutzen,

00:06:04: aber es lohnt sich eben auf diese Business Data Cloud zu schauen,

00:06:08: fasse ich jetzt mal so zusammen.

00:06:09: Was kommt denn da auf Fachverantwortliche zu, die sich eben

00:06:12: mit der Business Data Cloud beschäftigen wollen?

00:06:15: Ja, erstmal grundsätzlich die Frage, falls ich noch ein aktuelles BW habe,

00:06:20: also es gibt - muss man immer fairerweise dazu sagen - auch Kollegen,

00:06:23: die noch kein Data Warehouse haben und jetzt quasi ein neues anschaffen.

00:06:27: Na ja, für die macht es auch

00:06:29: durchaus Sinn in die BDC (Business Data Cloud) dann halt zu gehen.

00:06:33: Aber grundsätzlich ist es die Frage, wie genau

00:06:36: diese Cloudumgebung ausgestaltet wird.

00:06:39: Heißt, man hat die Möglichkeit, ein sogenanntes BW

00:06:43: in der Private Cloud Edition innerhalb dieser Business Data Cloud

00:06:46: noch für ein paar Jahre mehr zu betreiben.

00:06:49: Das ist die Möglichkeit eins, die man hat,

00:06:51: da gibt es relativ einfache Ansätze, wie man so ein "Shift and Lift"

00:06:54: aus der aktuellen Umgebung heraus schaffen kann.

00:06:57: Und daneben gibt es halt noch relativ

00:07:01: neue Produkte, wie zum Beispiel die SAP Datasphere oder jetzt SAP

00:07:06: Databricks, womit man halt ein Data Warehousing komplett

00:07:09: nochmal neu aufsetzen kann oder jetzt mit neuen Möglichkeiten versehen kann,

00:07:14: um da eben sozusagen das "next Level" von Analysen zu gestalten,

00:07:18: und on top hat man eigentlich ein Produkt, das es schon etwas länger gibt,

00:07:21: gerade im Reporting-Umfeld,

00:07:22: das ist die SAP Analytics

00:07:23: Cloud, die auch im Bestandteil dieser Business Data Cloud ist.

00:07:27: Und ja, man muss sich also erstmal architektonisch mit dem Thema befassen,

00:07:31: welche Produkte dort Sinn machen, was auch der richtige passende Lizenzrahmen ist

00:07:36: und wie man sozusagen auch mit der bestehenden Mannschaft,

00:07:42: die man im Unternehmen hat, sozusagen den Umstieg am besten hinbekommt.

00:07:46: Du hast jetzt ja schon auch Alternativen durchaus aufgezeigt.

00:07:49: Trotzdem nochmal

00:07:51: Du stehst ja

00:07:52: auch für

00:07:52: die SAP Business Data Cloud und ich würde gerne nochmal an der Stelle fragen:

00:07:56: Was hat die denn konkret, was da jetzt früher nicht möglich

00:08:00: war, was da jetzt geht?

00:08:02: Also was macht die Quintessenz dessen aus?

00:08:04: Einerseits ist es so, wenn ich jetzt in die Historie der SAP

00:08:08: im Analytics Bereich gucke, gab es immer eine Vielzahl von verschiedenen Produkten.

00:08:12: Da macht man jetzt im Prinzip

00:08:13: eine Klammer drum, weil man sagt, wir haben gezielt jetzt eine Plattform.

00:08:16: Ja, mit unterschiedlichen Produkten, die ich dort betreiben kann,

00:08:20: aber letztendlich eine Klammer um alle Analytics-Themen:

00:08:22: Also letztendlich, wenn ich als Unternehmen

00:08:24: mich mit dem übergreifenden strategischen Reporting befasse,

00:08:28: dann habe ich damit letztendlich alles abgedeckt.

00:08:32: Der Mehrwert in der Vergangenheit ist, würde ich immer sagen,

00:08:36: einerseits eine Flexibilität SAP-Quellen,

00:08:39: aber auch Non-SAP-Quellen schnell anzuschließen,

00:08:44: eine sprechendere Datenmodellierung,

00:08:48: wenn ich jetzt unterschiedliche Daten zusammenführe, strukturierte und

00:08:51: unstrukturierte Informationen.

00:08:53: Ich habe noch ein weiteres Argument: viel mehr Möglichkeiten

00:08:56: im Bereich Realtime zu machen.

00:08:58: Das heißt, sobald jetzt in einem beispielsweise ERP-System

00:09:02: etwas erfasst wird, dass ich es direkt live in einem Report sehen kann

00:09:06: und was komplett neu ist, da arbeitet die SAP wirklich mit Hochdruck gerade dran,

00:09:11: ist halt das Thema Datenprodukte.

00:09:15: Was verbirgt sich darunter?

00:09:17: Letztendlich habe ich immer in der Vergangenheit sehr technisch argumentiert,

00:09:21: ich hatte meine

00:09:22: Datenbank, Tabellen, meinetwegen meine Views, meine speziellen Objekte,

00:09:27: und die SAP macht sozusagen eher eine semantische Sicht

00:09:31: jetzt daraus, dass sie sagt: "Okay, es gibt jetzt ein Datenprodukt,

00:09:34: wie beispielsweise

00:09:37: "Geschäftsprozess" oder

00:09:41: "Hauptbuchhaltungseintrag" oder "Debitor",

00:09:46: wie auch immer.

00:09:47: Und diese Datenprodukte kann ich so standardisieren,

00:09:50: dass ich out of the Box Reports generiere, aber auch Quellen

00:09:55: definiere, mit denen ich dann im Bereich Machine Learning sofort loslegen kann.

00:10:00: Also ganz moderne Möglichkeiten, die ich in der Vergangenheit nicht hatte.

00:10:05: Vieles integriert und eben nicht nur im reinen

00:10:08: SAP-Kosmos, sondern sozusagen in der breiteren IT-Welt.

00:10:14: Also ganz konkrete positive Änderungen, die es da gäbe.

00:10:18: Jetzt hattest du eben, Stephan, auch unterschiedliche Kundengruppen

00:10:22: ja fast schon angesprochen,

00:10:23: und wir hatten auch angesprochen, was ist denn

00:10:26: beispielsweise mit Kundengruppen, die heute schon

00:10:29: bei S/4HANA sind, aber eben noch nicht mit der Business Data Cloud arbeiten?

00:10:33: Kann man da sagen,

00:10:34: dass das für unterschiedliche Gruppen ein unterschiedlich weiter Weg ist?

00:10:39: Ja, sicherlich.

00:10:39: Also es ist so, muss man ganz ehrlich sagen, wenn ein Kunde jetzt beispielsweise

00:10:44: noch überhaupt kein SAP-System hat und auch kein S/4HANA-System einsetzt, ist

00:10:48: halt der Sprung in die SAP BDC schon ein größerer.

00:10:55: Wenn jetzt ein Kunde schon

00:10:56: beispielsweise in einer S/4HANA Transformation ist, bietet es sich

00:11:00: aber wirklich an, sich mit dem Thema zu befassen, weil ich eben,

00:11:04: gerade wenn ich im S/4HANA Private, aber auch in den Public - also im

00:11:09: Cloud-ERP, Public Cloud Edition sagt man auch dazu - unterwegs bin,

00:11:13: sehr viele Ansatzpunkte habe, wo ich eben die eben

00:11:16: beschriebenen Datenprodukte sehr einfach in der BDC generieren kann.

00:11:20: Ja, also ich habe quasi immer noch meine Business-Logik, mein Business-

00:11:24: Verständnis, was ich dort anbringen kann, um eben Datenmodelle zu entwickeln

00:11:29: und schaffe es eben so die komplette,

00:11:32: die SAP sagt dazu "Business Suite" aufzusetzen,

00:11:35: weil ich bestehend aus dem Kern des S/4HANA-Systems,

00:11:39: der Datenverwaltung des Datenmanagements

00:11:41: der SAP Business Data Cloud und dann sozusagen als Kranz drum herum

00:11:45: eben unterschiedliche AI-Agenten, mit denen ich dann wirklich, ich sage mal

00:11:50: ganz moderne Copilot-Funktionen ausführen kann.

00:11:54: Gehen wir mal tatsächlich

00:11:55: einen Schritt weiter in der Praxis

00:11:57: und stellen uns die Situation vor, dass Unternehmen, die jetzt

00:12:01: unter diesem Transformationsdruck stehen, sagen, sie möchten wechseln.

00:12:05: Was sind denn da so typische Probleme oder Herausforderungen,

00:12:09: die Unternehmen aktuell noch ohne Business Data Cloud haben?

00:12:12: Na ja, also wenn ein Kunde wirklich sagt: "Okay, ich will

00:12:16: jetzt da reingehen", dann ist oft die Frage wirklich

00:12:19: erstmal essenziell zu beantworten: Wie sieht denn

00:12:22: die aktuelle Systemlandschaft aus?

00:12:24: Also es ist sicherlich ein Unterschied, ob jetzt ein Kunde eben beispielsweise

00:12:29: ein BW-System hat, es einfach nur in die Cloud heben will

00:12:32: oder ein Kunde sagt:

00:12:33: "Ich möchte gerne das BW-System dann komplett wegschmeißen und komplett

00:12:36: neu auf der grünen Wiese entwickeln"

00:12:38: Also vom Business Warehouse von dem Älteren weg -

00:12:42: ins Neue, in die Business Data Cloud,

00:12:43: genau, das ist dieser "Shift and Lift"-Gedanke,

00:12:46: bedeutet aber auch, dass man

00:12:49: ich sag immer mal, na ja, das hat so ein bisschen

00:12:51: was manchmal für mich von "alter Wein in neuen Schläuchen".

00:12:54: Von daher bin ich immer

00:12:55: ein Verfechter davon zu sagen, okay, wenn man sich mit der SAP BDC befasst,

00:12:59: sollte man eben auch gucken, dass man eben gerade dort die Bestandteile

00:13:02: Datasphere und SAP Analytics Cloud einsetzt,

00:13:06: vielleicht mit der Databricks,

00:13:08: aber es ist sicherlich ein Problem für viele,

00:13:11: erstmal diesen Schritt zu gehen, weil das quasi auch vom Skillset, rein

00:13:16: technisch gesehen, ein komplett anderes Level ist.

00:13:19: Also die Art, wie ich jetzt entwickle von Programmiersprache

00:13:23: zur Datenmodellierung

00:13:24: ist halt schon ein anderer als es in der Vergangenheit war.

00:13:27: Und deswegen haben gerade die, mit dem - ich sage mal mit dem Expertenbauch -

00:13:30: ein Problem, den Umstieg manchmal hinzubekommen.

00:13:33: Der Wechsel eben zu BDC, zur Business Data Cloud,

00:13:37: gibt es da Stolpersteine, wenn Unternehmen auch mit dem Thema starten,

00:13:41: auf die man besonders achten sollte oder was man da im Kopf behalten sollte?

00:13:46: Ja, die gibt es.

00:13:48: Einerseits muss man immer

00:13:51: sozusagen,

00:13:52: ich sage mal so, vier Ebenen im Kopf haben oder vier Bereiche:

00:13:55: Der erste Bereich ist der der Systeme, der technischen Architektur,

00:14:00: das heißt gerade auch, wie man die Quellsysteme an die Business

00:14:04: Data Cloud anschließt, wie man die User-Verwaltung macht,

00:14:09: wie man vielleicht unterschiedliche Systeme,

00:14:12: also ob ein Entwicklungsystem, ein Qualitätssystem, ein

00:14:16: Produktivsystem braucht, wie man die verbindet, Transporte macht.

00:14:19: Also da gibt es wirklich eine Vielzahl von technischen Sachen

00:14:23: und dann ist natürlich der Punkt Daten zentral.

00:14:27: Also man muss sich schon überlegen, wie man nicht nur SAP-Daten, sondern auch

00:14:30: Nicht-SAP-Daten dann eben dort reinbekommt oder reinbekommen will

00:14:35: und ob man alle dort persistiert, was ziemlich viel Speicher benötigt,

00:14:39: oder ob man quasi nur das dort im Zugriff nehmen

00:14:43: will, was man unbedingt zum Reporting hat.

00:14:46: Da gibt es unterschiedliche Wege, was man da machen kann.

00:14:48: Aber diese Entscheidungen muss man treffen, um nachher keine Überraschungen

00:14:51: zu bekommen.

00:14:53: Und dann ist

00:14:54: eigentlich für mich immer so dieses zentral wirklich

00:14:57: die Leute mitzunehmen.

00:14:59: Also ich habe schon in der Vergangenheit schon mal Projekte erlebt, wo's

00:15:02: schwierig war, mit der neuen Technologie richtig Fuß zu fassen, einfach

00:15:06: weil man die intern auch nicht richtig vermarktet hat.

00:15:09: Also es gibt gewisse Restriktionen, auch wenn man die Dashboards nutzt.

00:15:13: Einige Sachen, die funktionieren super.

00:15:15: Einige Sachen

00:15:15: sind vielleicht die, wo man sagt na ja, das sind vielleicht nicht die Funktionen

00:15:19: wie jetzt in anderen Tools, aber da baut die SAP enorm zu.

00:15:24: Aber da ist es wichtig, frühzeitig auch in den Projekten die Endanwender

00:15:28: mitzunehmen, die letztendlich nachher auch Berichte konsumieren

00:15:31: oder eben auch auf AI-Technologien dann draufsetzen.

00:15:35: Paar spannende Punkte angesprochen,

00:15:36: ich knüpfe nochmal da an, du hast jetzt vier Aspekte genannt,

00:15:39: so in Richtung Stolpersteine, hast auch gesagt, Endanwender von Anfang an mitnehmen.

00:15:44: Was könnten denn aus deiner Sicht gute erste

00:15:46: Schritte sein, um sich an das Thema heran zu wagen?

00:15:50: Ja, also ich bin immer ein Befürworter von sogenannten Discovery Workshops.

00:15:54: Jetzt kommt jeder wahrscheinlich, der sagt "Oh, Workshops,

00:15:57: das ist jetzt wieder so der Klassiker."

00:15:58: Was verbirgt sich denn darunter?

00:16:00: Eigentlich machen wir dieses Format bei der BDC ganz gerne, auch im Bereich

00:16:05: AI BTP übrigens, wo wir sagen, wir machen einen gezielten Workshop,

00:16:11: wo wir uns wirklich einen Tag vor Ort mit dem Kunden zusammensetzen,

00:16:14: wo wir aufnehmen, wie ist eure Ist-Landschaft,

00:16:17: was sind eure Anforderungen an die Zukunft,

00:16:19: was gibt die SAP-Roadmap vor?

00:16:22: Wo sind vielleicht auch, ich sage mal Punkte,

00:16:24: was sind Punkte, die euch besonders wichtig sind?

00:16:27: Und dann stellen wir mit dem Kunden gemeinsam eine Roadmap auf,

00:16:31: die dann eben Empfehlungen gibt und auch im Hinblick auf Lizenzkosten

00:16:35: quasi dann erleichtert, um zum Beispiel

00:16:39: sowas zu sagen wie: Okay, ihr habt jetzt in der Ist-Landschaft ein BW-System.

00:16:43: Wir würden euch vielleicht, um Aufwand zu ersparen, einmal ein "Shift & Lift"

00:16:46: durchaus empfehlen, aber dann im zweiten Step geht doch mal

00:16:49: bitte eher auf die Datasphere, weil ihr könnt die entsprechenden

00:16:55: Capacity Units, also die Bezahlungen dann quasi

00:17:00: rüberschieben dann von einem BW-System in der Cloud Richtung Datasphere

00:17:04: und dazu nutzen wir gerne dieses Discovery-Workshop-Format.

00:17:07: Sieht dann so aus,

00:17:07: dass wir einen Vorbereitungscall mit dem Kunden machen, der über zwei Stunden geht.

00:17:11: Dann eben diesen Workshop genau aufplanen, den Workshop dann machen

00:17:15: und dann eine konkrete Empfehlung abgeben.

00:17:18: Und so haben wir halt innerhalb von wenigen Tagen

00:17:21: eine Roadmap aufgelistet, die man dann eben weiter detailliert verfolgen kann.

00:17:26: Also konkret eben Workshops auch zu nutzen als Werkzeug.

00:17:30: Jetzt kann man ja kaum in diesen Tagen

00:17:33: sprechen, ohne mal das KI-Keyword dann doch mal nochmal aufzugreifen.

00:17:36: Du hast es eben schon getan.

00:17:37: Ich würde gerne ganz kurz auch anreißen:

00:17:39: Welche Rolle spielt denn KI im Business Data Cloud Kontext?

00:17:42: Wie reif ist das Thema?

00:17:44: Ja, es ist am reifen.

00:17:48: Also,

00:17:50: man muss sich immer dessen bewusst sein, was will die SAP denn mit dem AI-Thema?

00:17:54: Und da hat die SAP einen zentralen Begriff, ein zentrales Tool,

00:17:57: das nennt sich SAP Joule, ein sogenannter generativer

00:18:01: KI-Copilot, der Agenten steuert.

00:18:04: Was verbirgt sich da drunter?

00:18:06: Wenn wir jetzt an sowas denken, wie beispielsweise ChatGPT,

00:18:09: um mal so ein Beispiel zu haben,

00:18:11: dann geben wir irgendetwas dort ein und wir kriegen eine Antwort zurück,

00:18:14: das ist immer sozusagen:

00:18:15: Ich stelle eine Frage

00:18:16: oder habe eine Aufgabe und kriege direkt etwas zurückgeliefert.

00:18:20: Der Gedanke bei Joule ist: Ich habe einen Copilot, ich gebe etwas ein,

00:18:24: aber das System gibt mir nicht nur eine Antwort,

00:18:26: wenn ich eine Frage stelle, sondern führt auch etwas aus

00:18:29: oder kontaktiert direkt jemanden.

00:18:31: Also beispielsweise,

00:18:32: ich habe jetzt eine Forderungslaufzeit im System in der Debitoren-Buchhaltung.

00:18:37: Ein Problem wird erkannt und das System interagiert automatisch mit dem Kunden.

00:18:41: Oder ich habe

00:18:42: eine Frage zum Thema Reisekosten /

00:18:45: Reiseplanung und automatisch im Hintergrund werden Sachen gebucht.

00:18:49: Heißt, die Stärke hier: eine Integration in das SAP-System.

00:18:54: Und dieser Copilot, der eben zur Verfügung gestellt wird,

00:18:57: der ist dann eben besonders stark, wenn ich es schaffe,

00:19:01: nicht nur auf einem modernen

00:19:04: S/4HANA-System aufzusetzen, sondern eben auch die Business Data Cloud zu haben,

00:19:07: weil dann eine Verlinkung erfolgt zwischen diesen Datenprodukten,

00:19:11: die ich eben mal erwähnt habe, und den Prozessen im Hintergrund

00:19:15: und damit habe ich die absolut perfekte Basis, um eben

00:19:19: die aktuell verfügbaren AI-Themen umzusetzen, aber auch

00:19:24: auf die AI-Themen dann später draufgehen zu können,

00:19:28: die jetzt aktuell von SAP entwickelt werden.

00:19:30: Beispiel:

00:19:32: Es wird wahrscheinlich zum Ende des Jahres hin einen eigenen Agent Builder geben,

00:19:36: mit dem man solche AI-Agenten auch als Kunde selbst modellieren kann

00:19:41: und das kann ich eigentlich nur machen, wenn ich eben die Themen einsetze

00:19:44: wie SAP Business Data Cloud, optimalerweise ein Cloud-ERP,

00:19:50: alles basiert auf der Business Technology Platform, um eben

00:19:54: quasi das perfekte Fundament zu haben, in die Zukunft starten zu können.

00:19:58: Also auch da spannend, wie es weiter gehen wird.

00:20:01: Jetzt haben wir natürlich

00:20:02: ein riesen Fass geöffnet mit der Business Data Cloud und Stephan,

00:20:06: ich nutze jetzt deine Expertise und würde gerne den Schluss auch vielleicht an der Stelle

00:20:10: so gestalten, dass ich dir noch drei Fragen stelle, und wir schauen mal,

00:20:13: ob wir da vielleicht mal blitzartig mit der Lupe draufschauen können.

00:20:17: Und meine erste Frage, die ich dir gerne noch stellen würde, ist,

00:20:20: vielleicht auch nochmal, um das vielleicht

00:20:24: aus einer anderen Perspektive greifen zu können:

00:20:26: Was begeistert dich persönlich an der Business Data Cloud?

00:20:28: Was unterschätzen

00:20:29: vielleicht auch Unternehmen häufig daran?

00:20:33: Hmm, wie soll ich es sagen? (lacht)

00:20:37: Das ist also die Integrationsfähigkeit,

00:20:43: auch die Offenheit, Transparenz, was die Nicht-SAP-Welt angeht,

00:20:48: und wenn ich das jetzt aus wirklich reiner Entwicklungsebene mal sehe:

00:20:51: back to the roots.

00:20:53: Also man hatte immer das Gefühl im SAP-Kosmos gefangen zu sein

00:20:57: mit dortigen, ich sage mal

00:21:00: "Silo-Umgebungen",

00:21:03: und ich finde immer bei der Business Data Cloud, gerade wenn man sich damit befasst,

00:21:07: macht man nochmal einen etwas weiteren Blickwinkel

00:21:10: und ist wirklich sozusagen auch wieder in der

00:21:14: in Anführungszeichen "modernen IT-Welt" angekommen.

00:21:17: Nochmal eine Blitzlupe, Stephan, werfe ich dir rüber

00:21:20: und zwar: Was ist denn der größte Denkfehler,

00:21:22: vielleicht auch, den du im Markt beobachtest?

00:21:26: Ach, der typische Denkfehler,

00:21:28: da muss ich jetzt auch mal überlegen.

00:21:30: Da gibt es natürlich immer viele Probleme, die da genannt werden.

00:21:33: Also vielleicht einer, dass Einsatz von Standardprodukten

00:21:37: nicht bedeutet, dass ich auch keinen Entwicklungsaufwand habe.

00:21:41: Auch wenn ich jetzt sage, dass mit einem Thema Business Data Cloud

00:21:44: vieles out of the box mitkommt, mit Daten, Produkten etc.,

00:21:47: muss ich mich damit intensiv befassen

00:21:50: und hab auch nachher einen gewissen Aufwand,

00:21:52: wenn ich neue Datenmodelle aufziehe oder neue Berichte entwickle, der in AI reingeht.

00:21:57: Und da sage ich immer: Bitte unterschätzt nicht diesen Aufwand,

00:22:00: der da entstehen kann, seht es aber als Chance an, wirklich

00:22:05: neue digitale Wege einzuschlagen.

00:22:09: Und vielleicht als Schlussfrage,

00:22:11: Stephan, egal, ob jetzt jemand kurz vor dem ersten Schritt

00:22:14: zur Business Data Cloud ist oder einfach sich informieren möchte:

00:22:17: Was können wir denn als Fazit vielleicht auch nochmal setzen?

00:22:21: Was würdest du sagen?

00:22:22: Ja, also das Thema SAP Business Data Cloud sollte für alle

00:22:28: Kunden interessant sein, die wirklich SAP im Einsatz haben

00:22:31: als übergreifende Analyseplattform, Reporting.

00:22:35: Ich würde immer anregen, mit eben einem Workshop zu starten,

00:22:39: um eben mal festzustellen, inwieweit das für das Unternehmen wann sinnvoll ist,

00:22:44: und nicht nur das als technische Notwendigkeit sehen,

00:22:47: sondern eben auch als Chance,

00:22:49: neue Wege einzuschlagen,

00:22:50: um eben wirklich einen Business-Mehrwert erzielen zu können.

00:22:53: Das sagt Stephan Jacobs.

00:22:54: Ich danke dir erstmal an der Stelle für die Einblicke und das Gespräch.

00:22:58: Und wenn Sie, wenn ihr, die zuhören, mehr wissen möchten

00:23:03: über die SAP Business Data Cloud

00:23:04: und auch über konkrete

00:23:06: Einstiegsmöglichkeiten, dann können Sie auch gerne

00:23:08: nochmal in den Shownotes vorbeischauen,

00:23:10: dort finden Sie auch Kontaktmöglichkeiten zur Scheer IDS.

00:23:13: Und wenn Ihnen diese Folge gefallen hat,

00:23:15: dann geben Sie uns gerne einen Daumen hoch.

00:23:16: Abonnieren Sie unseren Podcast,

00:23:18: empfehlen Sie uns gerne weiter und bleiben Sie neugierig.

00:23:21: Tschüss!

00:23:21: Das war re:invented, der Business Podcast von Scheer IDS.

00:23:26: Mehr Impulse, Best Practices und Hintergründe

00:23:29: finden Sie auf scheer-ids.de

00:23:33: Wenn Sie wollen, hören wir uns in der nächsten Folge wieder.

00:23:35: Bis dahin, machen Sie's gut.

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